← Startseite Blog-Übersicht

Trading-Wissen

Meine Trading-Tools: Womit ich Optionen handle und warum

Ich werde oft gefragt, mit welchen Programmen ich eigentlich arbeite. Die ehrliche Antwort: mit weniger, als viele denken, und jedes hat bei mir genau eine Aufgabe. In diesem Artikel gehe ich meinen Ablauf vom ersten Blick auf den Chart bis zur Order einmal durch, zeige, welches Werkzeug an welcher Stelle steht, wofür es sich lohnt und wofür nicht. Am Ende steht, was du davon wirklich brauchst, wenn du gerade anfängst. Alle Werkzeuge mit den Vorteilen für meine Community findest du gesammelt in meiner Toolbox.

Das Wichtigste vorweg

Mein Ablauf auf einen Blick

Werkzeuge kauft man gern, weil sie Fortschritt versprechen. Mir hat etwas anderes geholfen: erst festzulegen, welche Fragen vor jedem Trade beantwortet sein müssen, und dann für jede Frage genau ein Werkzeug zu wählen. Daraus ist eine Kette geworden, die ich jeden Handelstag in derselben Reihenfolge durchgehe.

Sechs Fragen, sieben Werkzeuge
FrageWerkzeugWann
Wo steht der Markt?TradingViewJeden Tag
Hat die Idee einen Vorteil?EdgeSeekerVor der Auswahl
Hat die Regel über Jahre funktioniert?OptionOmegaBevor sie in den Plan kommt
Wie verhält sich diese Position?OptionStratVor dem einzelnen Trade
Wie kommt sie in den Markt?OrderConnect oder OptionsAppBeim Einstieg
Wo liegt das Geld?ARMO BrokerImmer

Wer die Kette am Ende abkürzt, tippt Orders von Hand ab und macht Fehler. Wer sie am Anfang abkürzt, handelt ohne Beleg. Beides ist auf Dauer teurer als die Werkzeuge.

Der Chart: TradingView

Jeder Handelstag beginnt bei mir mit dem Chart. In TradingView sehe ich, wo der Index steht, wie weit er sich bewegt hat und was die Indikatoren sagen, die ich mir eingerichtet habe. Die Plattform läuft im Browser, ohne Installation, und deckt Aktien, Optionen, Forex und weitere Märkte ab. Dazu kommt der Austausch mit anderen Tradern, der mir manchmal eine Perspektive zeigt, die ich allein übersehen hätte.

Ein Chart sagt dir allerdings nur, was der Kurs gemacht hat. Ob eine Optionsprämie gerade teuer oder billig ist, steht dort nicht. Dafür brauche ich den nächsten Schritt.

Der Vorteil: EdgeSeeker

Ein Erwartungswert über null entsteht im Optionshandel selten durch eine Meinung über die Richtung. Er entsteht eher dort, wo Prämien im Verhältnis zur erwarteten Bewegung auffällig sind. Genau das sucht EdgeSeeker. Die Plattform verbindet mehrere quantitative Faktoren, statt sie als lose Einzelwerte nebeneinanderzustellen: IV Rank, IV Percentile und IV Z-Score in einer gemeinsamen Darstellung, dazu eine Monte-Carlo-Simulation möglicher Kursverläufe und eine gefilterte Auswahlliste der Basiswerte, die gerade interessant sind.

Was EdgeSeeker nicht liefert, ist die Entscheidung. Welche Strategie zu einer Ausgangslage passt, wie groß die Position sein darf und wann ich sie anpasse, bleibt Handwerk. Wie man einen Edge grundsätzlich sucht, habe ich im Artikel Edge im Optionshandel beschrieben.

Werbung in eigener Sache — unsere Kooperation

Options4Winners und EdgeSeeker arbeiten offiziell zusammen. Das Abo bezahlst du zu den regulären Konditionen des Anbieters. Aktive Clubmitglieder erhalten über unseren Partnerlink zusätzlich das Earnings-Add-on EdgeCatalysts ohne Aufpreis und meine Begleitung im Club.

Zur Kooperation

Der Beleg: OptionOmega

Bevor eine Strategie bei mir echtes Geld bekommt, muss sie durch den Backtest. Dafür nutze ich OptionOmega, für mich eines der besten Backtesting-Tools am Markt. Der Unterschied zu vielen anderen liegt in den Daten: Minutendaten statt Tagesschlusskursen, zurück bis Januar 2013. Bei einer Position, die am selben Tag verfällt, sagt ein Schlusskurs praktisch nichts aus. Mit Minutendaten siehst du, wie sich Entry, Stop und Take Profit über Jahre tatsächlich verhalten hätten.

Warum das so wichtig ist, zeigt eine kleine Rechnung. Eine Strategie mit 90 Prozent Trefferquote fühlt sich hervorragend an. Bringen die 90 Gewinne je 100 Dollar und kosten die 10 Verluste je 1.200 Dollar, stehen am Ende 9.000 Dollar Gewinn gegen 12.000 Dollar Verlust: ein Minus von 3.000 Dollar. Das Bauchgefühl hätte diese Strategie gehandelt, der Backtest nicht. Die ganze Rechnung steht im Artikel Trefferquote berechnen.

Die meisten Ideen überleben den ersten ehrlichen Test nicht. Genau das ist der Wert des Backtests: Sie sterben, bevor sie Geld kosten.

Die Regelwerke, die ich im Club vorstelle, prüfe ich in OptionOmega. Die Grenzen nenne ich trotzdem: Neben den Indizes sind nur wenige große US-Aktien und ETFs abgedeckt. Ein Backtest zeigt, was gewesen wäre, nicht was sein wird, und ein Optimierer findet in jeder Datenreihe eine Einstellung, die zufällig glänzt. Und wer die Mechanik von Optionen noch nicht beherrscht, testet Strategien, die er nicht beurteilen kann.

Werbung in eigener Sache — unsere Kooperation

Mit OptionOmega arbeite ich als Partner zusammen. Über meinen Link bekommst du 50 Prozent Rabatt im ersten Jahr. Auf der Seite zum Tool steht ausführlich, wofür es sich lohnt und wofür nicht.

OptionOmega ansehen

Die Position: OptionStrat

Der Backtest beantwortet, ob eine Regel über Jahre funktioniert hat. Er sagt nichts darüber, wie genau die Position aussieht, die ich heute eröffnen will. Dafür nutze ich OptionStrat. Das Tool zeigt jede Optionsstrategie als Grafik: wo du verdienst, wo du verlierst, wo der Break-even liegt und was passiert, wenn die implizite Volatilität um ein paar Punkte steigt oder fällt. Bei Positionen mit drei oder vier Beinen liegt der Break-even selten dort, wo man ihn vermutet.

Dazu kommt die laufende Markt- und Flow-Analyse, die auffällig große Optionsgeschäfte zeigt. Sie liefert mir Ideen, ersetzt aber kein Urteil: Die Daten zeigen, was gehandelt wurde, nicht warum. Eine große Position kann eine Absicherung sein und keine Wette auf die Richtung. Und eine schöne Kurve ist kein Beleg, dass eine Strategie funktioniert. Den liefert nur der Backtest.

Werbung in eigener Sache — unsere Kooperation

Mit OptionStrat arbeite ich als Partner zusammen. Über meinen Link bekommst du 25 Prozent Rabatt im ersten Monat.

OptionStrat ansehen

Zwei Wege in den Markt: OrderConnect und OptionsApp

Steht die Position fest, muss sie in die Trader Workstation von Interactive Brokers. Dafür habe ich zwei Wege, je nachdem, ob ich den Trade von Fall zu Fall baue oder eine feste Regel handle.

Von Fall zu Fall: OrderConnect. Mit OrderConnect von Optionsheads schicke ich eine Strategie, die ich in OptionStrat gebaut habe, mit einem Klick in die TWS, inklusive Entry- und Exit-Orders. Je mehr Beine, desto größer der Nutzen: Beim einzelnen Short Put ist die Ersparnis überschaubar, bei einem Iron Condor erheblich. Bei 0DTE-Trades entscheidet oft, ob die Order in zehn Sekunden oder in zwei Minuten im Markt ist. Und der Zahlendreher beim Strike, die teuerste Fehlerquelle beim Abtippen, fällt weg. OrderConnect überträgt allerdings nur, was du gebaut hast. Ob der Trade gut ist, entscheidet sich vorher.

Nach fester Regel: OptionsApp. Manche Strategien handle ich jeden Tag oder jede Woche nach denselben Regeln, vom täglichen 0DTE Iron Condor bis zum Put-Spread mit 45 Tagen Laufzeit. Für diese Arbeit ist ein Programm besser geeignet als ein Mensch. Mit der OptionsApp von LM Trading Software lege ich Einstieg, Stop und Gewinnziel einmal fest, danach eröffnet und schließt das Programm die Position in der TWS, auch wenn ich während der US-Sitzung von 15:30 bis 22:00 Uhr nicht am Bildschirm sitze. Anleitung und Support sind auf Deutsch.

Die OptionsApp hat kein Backtesting eingebaut. Das passt, denn dafür ist OptionOmega da. Automatisierung macht eine schlechte Regel nur schneller. Ohne Beleg ist ein Handelsautomat ein Vollzeitspieler mit deinem Geld. Und ein bisschen Betrieb gehört dazu: ein Windows-Rechner oder Server, der tägliche Neustart der TWS und die Live-Marktdaten bei Interactive Brokers wollen einmal eingerichtet und gelegentlich gepflegt werden.

Beide Wege setzen ein Konto bei Interactive Brokers voraus. OrderConnect und die OptionsApp sprechen nur mit der TWS. Wer bei einem anderen Broker handelt, hat von beiden nichts.

Werbung in eigener Sache — unsere Kooperation

Mit Optionsheads und LM Trading Software arbeite ich als Partner zusammen. Bei OrderConnect bekommst du über meinen Link 10 Prozent Rabatt, bei der OptionsApp 30 statt 14 Tage kostenlose Testphase.

OrderConnect ansehen

Zur Seite über die OptionsApp →

Das Konto: ARMO Broker

Am Ende läuft alles über ein Konto. Meines liegt über ARMO bei Interactive Brokers: dieselbe Trader Workstation, an die OrderConnect und die OptionsApp andocken, dazu Support am Telefon in Düsseldorf und auf Wunsch Fernwartung beim Einrichten.

Der wichtigste Unterschied steht auf keiner Preisliste. Als Stillhalter halte ich Sicherheiten in bar auf dem Konto, und darauf zahlt Interactive Brokers Zinsen. ARMO gibt die vollen IBKR-Zinsen weiter. Andere Vermittler behalten ein bis zwei Prozentpunkte ein. Ich habe das an meinem eigenen Kontoauszug nachgerechnet, und der Unterschied fällt jedes Jahr an.

Dazu kommen deutlich günstigere Gebühren mit dem Gutscheincode O4W. Eine US-Option kostet damit 2,00 statt 3,30 Dollar je Kontrakt, rund 40 Prozent weniger als nach der regulären Preisliste von ARMO. Ein Iron Condor hat vier Beine, Eröffnen und Schließen sind acht Kontrakte: regulär 26,40 Dollar, mit dem Code 16,00 Dollar. Wer jede Woche einen handelt, spart über 500 Dollar im Jahr allein an Kontraktgebühren. Börsen- und Regulierungsgebühren kommen in beiden Fällen hinzu.

Ehrlich dazu: Direkt bei Interactive Brokers sind die Kontraktgebühren noch niedriger. Der deutsche Service ist der Preis dafür. Ob er sich lohnt, hängt davon ab, wie viel Betreuung du willst. Die Mindesteinlage bei ARMO liegt bei 2.000 Euro. Für Spreads empfehle ich ohnehin deutlich mehr: ab etwa 10.000 Euro ist der Einstieg umsetzbar, besser sind 30.000 Euro.

Werbung in eigener Sache — unsere Kooperation

Mit ARMO Broker arbeite ich als Partner zusammen. Mit dem Gutscheincode O4W bekommst du die günstigeren Gebühren. Zinsvergleich, alle Gebühren und den Ablauf der Kontoeröffnung findest du auf der Seite zu ARMO.

Zinsvergleich und Konditionen

Was du davon wirklich brauchst

Brauchst du alle sieben Werkzeuge? Nein. Jedes kostet Geld, meist als Abo, und jedes will gelernt sein. Ich nutze sie, weil ich Vollzeit handle und jeder Schritt meiner Kette täglich vorkommt. Für den Anfang sieht die Reihenfolge anders aus:

Wer mit System statt nach Gefühl handeln will, findet im Artikel Optionshandel mit System, wie so ein Monatsplan aussehen kann.

Vier Fragen, bevor du ein Tool kaufst

  1. Welche Frage beantwortet es? Wenn du sie nicht in einem Satz sagen kannst, brauchst du das Tool noch nicht.
  2. Stellst du dir diese Frage heute schon? Ein Backtester hilft erst, wenn du Regeln hast.
  3. Passt es zu deinem Broker? OrderConnect und die OptionsApp laufen nur mit Interactive Brokers.
  4. Nutzt du die Testphase wirklich? Erst im Papierhandelskonto, dann mit einem Kontrakt.

Alle Werkzeuge mit den Vorteilen für meine Community stehen gesammelt in meiner Toolbox.

Thorsten Eberhart
Über den Autor

Thorsten Eberhart ist Vollzeit-Trader aus Düsseldorf und erwirtschaftet sein Einkommen mit dem Optionshandel — überwiegend Stillhalterstrategien mit Fokus auf Risikomanagement. Er betreibt Options4Winners und den gleichnamigen YouTube-Kanal.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Weiterbildung. Er stellt keine Anlageberatung oder konkrete Handlungsempfehlung dar. Der Optionshandel ist mit erheblichen Risiken verbunden. Mit den genannten Anbietern arbeite ich als Partner zusammen und erhalte eine Provision, wenn du über meine Links abschließt. Die Einschätzungen sind meine Sicht als Nutzer, kein unabhängiger Test. Konditionen der Anbieter mit Stand 17. Oktober 2026.