Der Preis dafür: Reines Halten hätte bei allen zehn Aktien mehr Rendite gebracht, im Durchschnitt 26,7 % pro Jahr. Die Strategie tauscht einen Teil des Kursgewinns gegen Ruhe. Rückrechnung vom 04.01.2016 bis 25.09.2026, ohne Gebühren.
Drei Bausteine
Die Strategie besteht aus drei Bausteinen. Jeder für sich ist bekannt. Neu ist, dass sie fest miteinander verbunden sind.
- Der Sparplan. Am letzten Handelstag jedes Monats werden 8 Aktien gekauft, im Dezember 12. Das sind 100 Aktien im Jahr. Liegen 200 Aktien im Depot, ruht der Sparplan.
- Der Covered Call. Auf je 100 freie Aktien wird ein Call verkauft. Der Strike liegt 10 % über dem Durchschnittskurs, die Laufzeit beträgt rund 365 Tage.
- Der Strategie-Cashflow. Prämien, Abruferlöse, Dividenden und Zinsen bleiben auf dem Konto. Daraus wird der Sparplan bezahlt. Nur was fehlt, kommt aus eigenem Geld.
Der Sparplan baut den Bestand auf. Der Call erzeugt Ertrag und verkauft mit Aufschlag. Der Strategie-Cashflow bezahlt den nächsten Kauf.
Der Jahreskreislauf
Aus den drei Bausteinen ergibt sich ein Kreislauf, der sich jedes Jahr wiederholt:
- Anfang des JahresCall auf den Aktienbestand verkaufen. Je 100 Aktien ein Call.
- Jedes MonatsendeDer Sparplan kauft 8 Aktien, im Dezember 12. Bezahlt wird aus dem Strategie-Cashflow.
- Ende des JahresBis zu 100 neue Aktien sind im Depot. Sie bekommen am Jahresanfang ihren Call.
- Januar danachDer Call läuft aus. Die Aktien werden abgerufen oder bleiben im Depot.
Steht die Aktie am Verfallstag über dem Strike, wird der Call ausgeübt. Die Aktien gehen zum Strike weg, das Geld bleibt im Strategie-Cashflow. Steht sie darunter, verfällt der Call. Die Aktien bleiben und bekommen einen neuen Call.
Warum manchmal zwei Handelstage? Der Call läuft bis zum dritten Freitag im Januar. Am ersten Handelstag des Jahres läuft der alte Call also noch. Verfällt er drei Wochen später, brauchen seine Aktien einen neuen Call. Das war in 19 von 110 Aktienjahren so. In allen anderen Jahren reichte ein Handelstag. Einen ungedeckten Call gibt es nie.
Das Regelwerk
Neun Regeln, keine Prognose, kein Ermessen. Dasselbe Regelwerk gilt für jede Aktie.
| Regel | Inhalt |
|---|---|
| Startkauf | 100 Aktien am ersten Handelstag |
| Sparplan | 8 Aktien am Monatsende, im Dezember 12 |
| Sparplan-Pause | Gekauft wird nur bis 200 Aktien im Depot |
| Bezahlung | Zuerst aus dem Strategie-Cashflow, der Rest aus eigenem Geld |
| Call verkaufen | Sobald 100 Aktien frei sind, nie ungedeckt |
| Strike | 10 % über dem Durchschnittskurs des Bestands, nächster gelisteter Strike |
| Laufzeit | Bis zum dritten Freitag im Januar des Folgejahres |
| Abruf | Die Aktien gehen zum Strike weg, wenn der Käufer des Calls sein Recht ausübt |
| Aktiensplit | Die Grenze bleibt 200, der Überschuss wird im nächsten Januar verkauft |
Das Ziel der Strategie
Das Ziel ist regelmäßiger Ertrag mit wenig Aufwand. Es geht um Ruhe, nicht um das Maximum.
- Ertrag aus vier Quellen. Prämie, Aktiengewinn, Dividende und Zinsen. Drei davon brauchen keinen steigenden Kurs.
- Wenig eigenes Geld. Der Strategie-Cashflow soll den Sparplan möglichst selbst bezahlen. Der Bestand bleibt bei höchstens 200 Aktien je Titel.
- Ein bis zwei Handelstage. Am Jahresanfang der neue Call. Ein zweiter Termin drei Wochen später nur, wenn der alte Call verfallen ist.
Nicht das Ziel ist die höchste Rendite. Wer einen Call verkauft, gibt den Kursanstieg über dem Strike ab.
Welche Aktien ich nehme
Für die Strategie habe ich zehn große US-Aktien aus sieben Branchen ausgesucht: AMD, Applied Materials, Caterpillar, Eli Lilly, Morgan Stanley, Qualcomm, Microsoft, Meta, Amgen, Visa. Für sie gilt:
- Kein Aktiensplit seit 2016. So bleiben die Stückzahlen über die ganze Zeit gleich.
- Fundamental Check bestanden. Bei neun der zehn liegt der Funda Score aus meinem Fundamental Check bei 60 oder höher, also in der Stufe solide oder stark.
- Eine Bank ist dabei: Morgan Stanley. Der Funda Score misst Schulden und Cashflow. Bei einer Bank sind Schulden das Geschäft, deshalb passt die Messlatte dort nicht.
Wichtig: Der Funda Score ist vom September 2026. Im Januar 2016 waren diese Werte noch nicht bekannt.
Und die Aktien mit Split?
Auch sie habe ich durchgerechnet, darunter Apple, Nvidia und Tesla. Alle neun endeten mit Gewinn, zwischen 2,9 % und 20,9 % pro Jahr, im Durchschnitt 12,0 %. Der größte Rückgang war bei allen kleiner als beim reinen Halten.
Sie sind trotzdem nicht dabei. Ein Split vervielfacht die Stückzahl. Aus 200 Aktien werden bei einem Split im Verhältnis 10 zu 1 auf einen Schlag 2.000. Dann muss der Überschuss über 200 Aktien verkauft werden. Das sind zusätzliche Verkäufe, und die Strategie ist nicht mehr einfach.
Das Ergebnis der zehn Aktien
Die zehn Aktien brachten zwischen 10,8 % und 28,5 % pro Jahr, im Durchschnitt 15,6 %. Die Rendite ist auf das eigene Geld gerechnet, also auf das, was tatsächlich vom Bankkonto überwiesen wurde.
Wer die Aktienkäufe bezahlt hat
83 % Strategie-Cashflow
1.834.893 $
17 % eigenes Geld
367.884 $
Von 2.202.777 $ Aktienkäufen hat der Strategie-Cashflow 1.834.893 $ bezahlt, das sind 83 %. Nur 367.884 $ kamen aus eigenem Geld. Je Aktie lag der Anteil zwischen 73 % und 89 %.
| Posten | Betrag | Erläuterung |
|---|---|---|
| Eigenes Geld | 367.884 $ | wenn der Strategie-Cashflow nicht reichte |
| Prämien aus den Calls | 361.264 $ | bei jedem Call-Verkauf |
| Erlös aus ausgeübten Calls | 1.568.500 $ | Aktien gehen zum Strike weg |
| Dividenden | 43.005 $ | auf alle gehaltenen Aktien |
| Zinsen | 9.854 $ | auf den Strategie-Cashflow über 10.000 $ |
| Summe Zuflüsse | 2.350.507 $ | auf Dollar gerundet |
| Aktienkäufe | −2.202.777 $ | Startkauf und Sparplan |
| Strategie-Cashflow heute | 147.731 $ | liegt auf den Konten |
Je Aktie ist ein eigenes Konto gerechnet. Die Summe ist kein Depot, das jemand so führt, sie zeigt die Größenordnung. Der Strategie-Cashflow ist kein zusätzlicher Gewinn. Er ist der Teil des Werts, der gerade nicht in Aktien steckt.
Woher der Gewinn kommt
| Posten | Betrag | Erläuterung |
|---|---|---|
| Prämien aus den Calls | 361.264 $ | 129 Call-Verkäufe |
| Aktiengewinn beim Abruf | 62.994 $ | 93 ausgeübte Calls |
| Dividenden | 43.005 $ | auf alle gehaltenen Aktien |
| Zinsen | 9.854 $ | auf den Strategie-Cashflow über 10.000 $ |
| Schon auf dem Konto | 477.117 $ | ist wirklich angekommen |
| Noch offen: Kursgewinn der Aktien im Depot | 223.278 $ | entscheidet sich beim Verkauf |
| Noch offen: laufende Calls | −172.695 $ | so viel würde der Rückkauf heute kosten |
| Gewinn | 527.701 $ | alle zehn Aktien, auf Dollar gerundet |
Von 477.117 $, die schon auf dem Konto sind, stammen 361.264 $ aus Prämien. Das sind 76 %.
Die Strategie an einer Aktie: Caterpillar
Bei Caterpillar lief der Kreislauf in jedem Jahr wie geplant. In allen zehn Januaren von 2017 bis 2026 wurden 100 Aktien abgerufen, und die 100 Aktien aus dem Sparplan bekamen ihren Call. Der Sparplan lief ohne Pause, ein Handelstag im Jahr reichte.
So lief es Jahr für Jahr. Die Spalte „Aus Strategie-Cashflow“ zeigt, welchen Teil der Käufe die Strategie selbst bezahlt hat.
| Jahr | Calls im Januar | Aktienkäufe | Eigenes Geld | Aus Strategie-Cashflow | Gewinn im Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | keiner fällig | 14.832 $ | 14.061 $ | 5 % | 2.713 $ |
| 2017 | 1 ausgeübt | 11.758 $ | 2.231 $ | 81 % | 5.003 $ |
| 2018 | 1 ausgeübt | 14.236 $ | 616 $ | 96 % | −917 $ |
| 2019 | 1 ausgeübt | 13.460 $ | 1.062 $ | 92 % | 4.499 $ |
| 2020 | 1 ausgeübt | 14.101 $ | 0 $ | 100 % | 6.435 $ |
| 2021 | 1 ausgeübt | 21.076 $ | 0 $ | 100 % | 1.012 $ |
| 2022 | 1 ausgeübt | 20.611 $ | 856 $ | 96 % | 5.885 $ |
| 2023 | 1 ausgeübt | 25.047 $ | 642 $ | 97 % | 8.469 $ |
| 2024 | 1 ausgeübt | 35.414 $ | 5.233 $ | 85 % | 3.476 $ |
| 2025 | 1 ausgeübt | 43.498 $ | 11.181 $ | 74 % | 17.830 $ |
| 2026 bis 25.09. | 1 ausgeübt | 52.414 $ | 0 $ | 100 % | 6.333 $ |
| Gesamt | 10 ausgeübt | 266.447 $ | 35.881 $ | 87 % | 60.739 $ |
- Warum ausgeübt: Der Kurs lag an jedem Verfallstag über dem Strike. 10 von 11 Calls wurden ausgeübt, der elfte läuft noch bis Januar 2027.
- Die Stärke: Jedes Jahr fließen Prämie und Abruferlös in den Strategie-Cashflow. Er hat 87 % der Käufe bezahlt.
- Das erste Jahr ist das teuerste. 2016 bezahlte der Strategie-Cashflow nur 5 %, weil noch kein Call ausgeübt war. In jedem Jahr danach waren es mindestens 74 %.
- Eigenes Geld war in 8 von 11 Jahren nötig. Der Kurs stieg so schnell, dass die neuen Aktien mehr kosteten, als die abgerufenen eingebracht haben.
Was reines Halten hier heißt: Jemand kauft dieselben Aktien an denselben Tagen, bezahlt alles selbst und verkauft nichts. Die Dividenden bleiben auf dem Konto. So ist der Vergleich im ganzen Artikel gerechnet.
Zwei andere Verläufe: Amgen und AMD
Nicht jede Aktie läuft wie Caterpillar. Zwei meiner zehn Aktien zeigen, was passiert, wenn Calls verfallen und wenn der Kurs sehr schnell steigt.
Amgen: der Sparplan ruht oft
| Jahr | Calls im Januar | Aktienkäufe | Eigenes Geld | Aus Strategie-Cashflow | Gewinn im Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | keiner fällig | 31.248 $ | 29.665 $ | 5 % | −423 $ |
| 2017 | 1 verfallen | 0 $ | 0 $ | kein Kauf | 7.065 $ |
| 2018 | 2 ausgeübt | 38.238 $ | 270 $ | 99 % | 2.357 $ |
| 2019 | 1 verfallen | 0 $ | 0 $ | kein Kauf | 6.789 $ |
| 2020 | 2 ausgeübt | 46.634 $ | 0 $ | 100 % | 1.345 $ |
| 2021 | 1 verfallen | 0 $ | 0 $ | kein Kauf | 3.458 $ |
| 2022 | 2 verfallen | 0 $ | 0 $ | kein Kauf | 9.448 $ |
| 2023 | 2 ausgeübt | 51.096 $ | 0 $ | 100 % | 9.514 $ |
| 2024 | 1 ausgeübt | 29.977 $ | 0 $ | 100 % | −312 $ |
| 2025 | 1 verfallen | 0 $ | 0 $ | kein Kauf | 13.377 $ |
| 2026 bis 25.09. | 2 ausgeübt | 56.637 $ | 0 $ | 100 % | 8.838 $ |
| Gesamt | 9 ausgeübt | 253.831 $ | 29.935 $ | 88 % | 61.455 $ |
- Warum er ruht: Verfällt ein Call, bleiben die Aktien im Depot, und mit 200 Aktien ist die Grenze erreicht. Bei Amgen verfielen 6 Calls, in 60 Monaten wurde deshalb nichts gekauft.
- Die Stärke: Die Prämie ist kassiert, neues Geld ist nicht nötig. Eigenes Geld floss fast nur im ersten Jahr, 29.665 $ von 29.935 $. Der Strategie-Cashflow bezahlte 88 % der Käufe.
AMD: der Kurs steigt sehr schnell
| Jahr | Calls im Januar | Aktienkäufe | Eigenes Geld | Aus Strategie-Cashflow | Gewinn im Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | keiner fällig | 875 $ | 813 $ | 7 % | 621 $ |
| 2017 | 1 ausgeübt | 1.224 $ | 244 $ | 80 % | −150 $ |
| 2018 | 1 ausgeübt | 1.737 $ | 967 $ | 44 % | 351 $ |
| 2019 | 1 ausgeübt | 3.133 $ | 1.556 $ | 50 % | 1.884 $ |
| 2020 | 1 ausgeübt | 6.820 $ | 2.820 $ | 59 % | 2.865 $ |
| 2021 | 1 ausgeübt | 10.548 $ | 3.691 $ | 65 % | 4.228 $ |
| 2022 | 1 ausgeübt | 8.707 $ | 0 $ | 100 % | −3.930 $ |
| 2023 | 1 verfallen | 0 $ | 0 $ | kein Kauf | 8.979 $ |
| 2024 | 2 ausgeübt | 32.400 $ | 4.762 $ | 85 % | −5.542 $ |
| 2025 | 1 verfallen | 0 $ | 0 $ | kein Kauf | 13.597 $ |
| 2026 bis 25.09. | 2 ausgeübt | 47.502 $ | 5.340 $ | 89 % | 22.906 $ |
| Gesamt | 10 ausgeübt | 112.946 $ | 20.192 $ | 82 % | 45.809 $ |
- Der Preis des Anstiegs: AMD stieg von 2,77 $ auf 630,63 $. Die neuen Aktien kosteten in den meisten Jahren deutlich mehr, als die abgerufenen eingebracht haben. Von 2018 bis 2021 trug der Strategie-Cashflow deshalb nur 44 % bis 65 % der Käufe, über die ganze Zeit 82 %.
- Der Vorteil: Der Strike liegt weit unter dem Kurs, die Prämie ist hoch und wirkt als Puffer. 2022 fing sie 77 % des Kursrückgangs auf. AMD brachte mit 28,5 % pro Jahr die höchste Rendite der zehn. Reines Halten hätte 56,5 % gebracht.
Fünf Stärken, fünf Belege
Jede Stärke hat einen Beleg aus der Rückrechnung. Die Rendite ist keine Stärke: Reines Halten brachte bei allen zehn Aktien mehr.
| Stärke | Beleg aus der Rückrechnung |
|---|---|
| Kleinere Rückschläge | Größter Rückgang bei allen zehn kleiner als beim reinen Halten, im Durchschnitt 27 % gegen 45 % |
| Ertrag auch ohne steigenden Kurs | Prämie, Dividende und Zinsen fließen auch bei stehendem Kurs. Alle zehn endeten mit Gewinn |
| Gewinn in den meisten Jahren | Je Aktie 8 bis 11 von 11 Jahren im Plus |
| Bezahlt sich großteils selbst | 83 % der Aktienkäufe hat der Strategie-Cashflow bezahlt |
| Wenig Aufwand | Ein bis zwei Handelstage im Jahr je Aktie. 129 Call-Verkäufe in fast elf Jahren, jeder durch Aktien gedeckt |
Kleinere Rückschläge
35,8 %
32,9 %
35,0 %
22,7 %
37,1 %
40,9 %
48,7 %
52,8 %
75,3 %
64,0 %
So ist gerechnet: das Beispiel Caterpillar
Beide Werte sind nach derselben Formel gerechnet, Tag für Tag von Januar 2017 bis zum 25.09.2026.
- Gewinn ist der Wert minus das eigene Geld.
- Der bisherige Höchststand des Gewinns wird gemerkt.
- Der Rückgang ist der Gewinn am Höchststand minus der Gewinn am Tiefpunkt.
- Geteilt wird durch den Wert am Höchststand plus das Geld, das seitdem eingezahlt wurde.
Zum Wert zählen die Aktien zum Tageskurs und das Geld auf dem Konto. Bei der Strategie ist das der Strategie-Cashflow, beim reinen Halten sind es die Dividenden. Laufende Calls sind mit ihrem inneren Wert abgezogen.
| Caterpillar | SimpleCall | Reines Halten |
|---|---|---|
| Höchststand am | 02.01.2020 | 22.01.2018 |
| Wert am Höchststand | 31.038 $ | 52.652 $ |
| Eigenes Geld bis dahin | 17.969 $ | 26.590 $ |
| Gewinn am Höchststand | 13.068 $ | 26.062 $ |
| Tiefpunkt am | 23.03.2020 | 23.03.2020 |
| Gewinn am Tiefpunkt | 6.785 $ | −4.508 $ |
| Rückgang des Gewinns | 6.283 $ | 30.570 $ |
| Seit dem Höchststand eingezahlt | 0 $ | 29.741 $ |
| Geteilt durch | 31.038 $ | 82.393 $ |
| Größter Rückgang | 20,2 % | 37,1 % |
Warum die Strategie weniger fiel: Im Januar 2020 waren 100 Aktien abgerufen worden. Das Geld lag als Strategie-Cashflow auf dem Konto und konnte nicht fallen. So sah das Depot am Tiefpunkt aus:
| Am 23.03.2020 | SimpleCall | Reines Halten |
|---|---|---|
| Aktien im Depot | 116 | 516 |
| Geld auf dem Konto | 14.100 $ | 4.428 $ |
| Anteil des Geldes am Wert | 57 % | 9 % |
Reines Halten hat mehr Aktien, weil nie verkauft wird. Jeder Rückgang steht deshalb in Prozent des eigenen Werts.
Die Prämie kommt am Tag des Verkaufs aufs Konto. Fällt die Aktie danach, ist ein Teil des Verlusts schon bezahlt. Dazu kommt der Strategie-Cashflow, der nicht mitschwankt.
2022: zwei Aktien verloren mehr als die Hälfte
Im Jahr 2022 fielen zwei der zehn Aktien zwischen dem Call-Verkauf im Januar und dem Verfall ein Jahr später um mehr als die Hälfte. Die Prämie fing davon unterschiedlich viel auf:
| Call vom Januar 2022 | AMD | Meta |
|---|---|---|
| Kurs beim Call-Verkauf | 150,24 $ | 338,54 $ |
| Durchschnittskurs | 86,84 $ | 280,65 $ |
| Strike | 95,00 $ | 310,00 $ |
| Prämie je Aktie | 62,12 $ | 63,20 $ |
| Kurs am Verfall | 70,07 $ | 139,37 $ |
| Rückgang | −53 % | −59 % |
| Davon fing die Prämie auf | 77 % | 32 % |
Der Strike hängt am Durchschnittskurs, nicht am Tageskurs. AMD war vorher stark gestiegen, der Strike lag weit unter dem Kurs und die Prämie war hoch. Bei Meta lag der Strike nur wenig unter dem Kurs, die Prämie fing weniger auf. Die Strategie schützt also am besten, wenn der Kurs vorher stark gestiegen ist.
Im ganzen Jahr 2022 verloren die zehn Aktien mit der Strategie im Durchschnitt 2,7 %. Beim reinen Halten wären es 15,6 % gewesen.
Der Corona-Absturz 2020
Vom 19. Februar bis zum 23. März 2020 fielen die zehn Aktien im Durchschnitt um 31,2 %. So kamen die Strategie und reines Halten durch diese knapp fünf Wochen:
| Aktie | Kurs | Reines Halten | SimpleCall | Wieder auf altem Stand |
|---|---|---|---|---|
| Microsoft | −27,4 % | −27,0 % | −2,3 % | 14.04.2020 |
| AMD | −29,3 % | −29,4 % | −2,4 % | 13.04.2020 |
| Eli Lilly | −15,5 % | −15,0 % | −4,8 % | 26.03.2020 |
| Amgen | −16,6 % | −15,8 % | −9,0 % | 14.04.2020 |
| Visa | −36,4 % | −36,3 % | −11,5 % | 08.05.2020 |
| Caterpillar | −32,9 % | −31,3 % | −17,1 % | 05.06.2020 |
| Qualcomm | −31,0 % | −28,8 % | −18,8 % | 05.06.2020 |
| Meta | −31,9 % | −32,2 % | −20,2 % | 08.05.2020 |
| Morgan Stanley | −50,6 % | −48,7 % | −25,7 % | 08.06.2020 |
| Applied Materials | −40,4 % | −39,9 % | −27,0 % | 20.07.2020 |
| Durchschnitt der 10 Aktien | −31,2 % | −30,4 % | −13,9 % |
Die Strategie verlor im Durchschnitt 13,9 %, reines Halten 30,4 %. Sie schnitt bei allen zehn Aktien besser ab. Nach durchschnittlich 50 Tagen stand sie wieder dort, wo sie vor dem Absturz war. Beim reinen Halten dauerte es 94 Tage. Eigenes Geld war in diesen Wochen nicht nötig. Der Sparplan kaufte zu tiefen Kursen, bezahlt aus dem Strategie-Cashflow.
Der Zeitpunkt war günstig. Der Absturz kam vier Wochen nach dem Januar-Verfall. Bei allen zehn Aktien waren gerade Calls ausgeübt worden. Im Depot lagen nur 108 statt 200 Aktien, und 36 % bis 53 % des Werts lagen als Strategie-Cashflow auf dem Konto. Ein Absturz im Herbst trifft die Strategie härter.
Laufende Calls sind in dieser Rechnung mit ihrem inneren Wert angesetzt, weil Tagespreise der Optionen fehlen.
Der Vergleich: Strike 10 % über dem Tageskurs
Im Regelwerk liegt der Strike 10 % über dem Durchschnittskurs des Bestands. Ist die Aktie vorher gestiegen, liegt der Strike deshalb oft unter dem Tageskurs. Das war bei 52 von 129 Call-Verkäufen so. Was wäre, wenn der Strike stattdessen 10 % über dem Kurs am Tag des Call-Verkaufs liegt? Ich habe dieselben zehn Aktien mit dieser einen Änderung durchgerechnet. Alle anderen Regeln bleiben gleich.
| Alle zehn Aktien | Strike am Durchschnittskurs | Strike am Tageskurs |
|---|---|---|
| Rendite pro Jahr, Durchschnitt | 15,6 % | 14,7 % |
| Rendite pro Jahr, von bis | 10,8 % bis 28,5 % | 8,6 % bis 22,8 % |
| Größter Rückgang, Durchschnitt | 27 % | 33 % |
| Jahr 2022, Durchschnitt | −2,7 % | −7,2 % |
| Aus dem Strategie-Cashflow bezahlt | 83 % | 79 % |
| Eigenes Geld | 367.884 $ | 416.306 $ |
| Gewinn | 527.701 $ | 541.763 $ |
| Prämien aus den Calls | 361.264 $ | 234.580 $ |
| Aktiengewinn beim Abruf | 62.994 $ | 133.856 $ |
| Calls ausgeübt | 93 | 84 |
| Calls verfallen | 25 | 37 |
| Jahre mit zweitem Handelstag | 19 von 110 | 23 von 110 |
- Weniger Prämie, mehr Aktiengewinn. Der höhere Strike bringt weniger Prämie, 234.580 $ statt 361.264 $. Dafür gehen die Aktien beim Abruf teurer weg. Der Aktiengewinn beim Abruf steigt von 62.994 $ auf 133.856 $.
- Der Puffer ist kleiner. Der größte Rückgang war bei acht der zehn Aktien größer als mit dem Regelwerk, im Durchschnitt 33 % gegen 27 %. Das Jahr 2022 endete im Durchschnitt mit −7,2 % statt mit −2,7 %.
- Mehr eigenes Geld. Der Strategie-Cashflow bezahlte 79 % der Aktienkäufe statt 83 %. Aus eigenem Geld kamen 416.306 $ statt 367.884 $.
- In Dollar etwas mehr Gewinn. In der Summe der zehn Aktien liegt der Gewinn mit 541.763 $ über den 527.701 $ des Regelwerks. Das liegt an Eli Lilly und Caterpillar, den beiden teuersten Aktien der zehn. Im Durchschnitt der Renditen liegt das Regelwerk vorn.
- Bei drei Aktien mehr Rendite. Caterpillar, Eli Lilly und Visa brachten mit dem Strike am Tageskurs mehr Rendite pro Jahr. Bei den anderen sieben lag das Regelwerk vorn.
| Aktie | Rendite Durchschnittskurs | Rendite Tageskurs | Rückgang Durchschnittskurs | Rückgang Tageskurs |
|---|---|---|---|---|
| AMD | 28,5 % | 22,8 % | 49,7 % | 45,1 % |
| Applied Materials | 19,1 % | 15,4 % | 33,2 % | 44,5 % |
| Caterpillar | 15,4 % | 17,8 % | 20,2 % | 28,3 % |
| Eli Lilly | 15,3 % | 19,1 % | 16,4 % | 21,5 % |
| Morgan Stanley | 15,2 % | 14,9 % | 25,7 % | 30,5 % |
| Qualcomm | 14,5 % | 12,4 % | 21,6 % | 38,9 % |
| Microsoft | 13,9 % | 13,0 % | 18,5 % | 27,6 % |
| Meta | 12,6 % | 8,6 % | 47,8 % | 48,4 % |
| Amgen | 11,3 % | 10,8 % | 19,5 % | 18,0 % |
| Visa | 10,8 % | 12,0 % | 16,3 % | 23,0 % |
| Durchschnitt | 15,6 % | 14,7 % | 26,9 % | 32,6 % |
Beide Wege endeten bei allen zehn Aktien mit Gewinn. Der Strike am Durchschnittskurs gibt mehr Kursgewinn ab und federt Rückschläge besser ab. Deshalb bleibt er im Regelwerk.
Nach Steuern: privat und GmbH
Alle Zahlen bis hierher sind vor Steuern gerechnet. Was nach Steuern bleibt, hängt davon ab, wer handelt: du als Privatperson oder eine vermögensverwaltende GmbH. Ich habe beide Fälle mit denselben Geschäften nachgerechnet, mit dem deutschen Steuerrecht von heute.
Keine Steuerberatung. Das ist eine Rechnung mit Annahmen. Ich bin Trader, kein Steuerberater. Für deinen eigenen Fall frag bitte einen Steuerberater.
So wird besteuert
| Ertrag | Privat | GmbH |
|---|---|---|
| Prämie aus dem Call | 26,375 %, wenn sie aufs Konto kommt | 29,8 %, wenn der Call ausgelaufen ist |
| Aktiengewinn beim Abruf | 26,375 % | 1,5 %, denn 95 % des Gewinns sind steuerfrei |
| Aktienverlust | nur mit Aktiengewinnen verrechenbar | nicht abziehbar |
| Dividenden | 25,55 % | 29,0 % |
| Zinsen | 26,375 % | 29,8 % |
| Auszahlung an dich | entfällt | 26,375 % auf die Ausschüttung |
Die 29,8 % der GmbH setzen sich zusammen aus Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag (15,8 %) und Gewerbesteuer (14,0 % bei einem Hebesatz von 400 %). Bei den Dividenden ist die Quellensteuer der USA von 15 % eingerechnet. Gerechnet ist mit den Sätzen von 2026. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise von 15 % auf 10 %.
Was nach Steuern bleibt
| Alle zehn Aktien | Vor Steuern | Privat | GmbH, Geld bleibt in der GmbH | GmbH, Gewinn ausgeschüttet |
|---|---|---|---|---|
| Strike am Durchschnittskurs (Regelwerk) | ||||
| Rendite pro Jahr, Durchschnitt | 15,6 % | 11,7 % | 12,5 % | 10,1 % |
| Steuern | 0 $ | 144.084 $ | 125.558 $ | 231.003 $ |
| Eigenes Geld | 367.884 $ | 461.042 $ | 434.005 $ | 434.005 $ |
| Gewinn nach Steuern | 527.701 $ | 380.774 $ | 399.794 $ | 294.349 $ |
| Strike am Tageskurs | ||||
| Rendite pro Jahr, Durchschnitt | 14,7 % | 11,0 % | 12,5 % | 10,1 % |
| Steuern | 0 $ | 150.942 $ | 89.568 $ | 208.274 $ |
| Eigenes Geld | 416.306 $ | 502.771 $ | 461.140 $ | 461.140 $ |
| Gewinn nach Steuern | 541.763 $ | 387.635 $ | 450.072 $ | 331.365 $ |
- Privat kostet die Steuer rund vier Punkte Rendite. Aus 15,6 % pro Jahr werden 11,7 %. Den größten Teil der Steuer macht die Prämie aus.
- In der GmbH zählt, woraus der Gewinn besteht. Auf Prämien zahlt die GmbH mehr Steuern als du privat, auf Aktiengewinne fast keine. Im Regelwerk stammen 76 % der Erträge auf dem Konto aus Prämien. Deshalb ist der Vorteil klein: 12,5 % gegen 11,7 %.
- Mit dem Strike am Tageskurs ist der Abstand größer. Dort kommt mehr Gewinn aus den Aktien und weniger aus der Prämie. Die GmbH zahlt 89.568 $ Steuern, privat sind es 150.942 $.
- Der Vorteil gilt nur, solange das Geld in der GmbH bleibt. Schüttet die GmbH den Gewinn an dich aus, kommen 26,375 % auf die Ausschüttung dazu. Dann bleiben mit dem Regelwerk 10,1 % pro Jahr, weniger als privat.
So ist gerechnet: Die Steuer wird bei jedem Ertrag sofort vom Strategie-Cashflow abgezogen. Dadurch braucht der Sparplan mehr eigenes Geld. Am Stichtag 25.09.2026 ist so gerechnet, als liefen die laufenden Calls aus und die übrigen Aktien würden verkauft. Privat ohne Kirchensteuer und ohne Sparer-Pauschbetrag. Beim Aktiengewinn zählt privat die Reihenfolge der Käufe, in der GmbH der Durchschnittskurs. Nicht enthalten sind die laufenden Kosten einer GmbH, etwa für Buchführung und Jahresabschluss, und die Umrechnung von Dollar in Euro.
Der Black-Swan-Hedge als Begleiter
- Warum ein Hedge. Im Crash fallen alle Aktien zugleich. Die Prämie fängt nur einen Teil auf, einen Stopp gibt es nicht. Je größer das Depot, desto wichtiger ist der Schutz vor dem seltenen großen Absturz.
- Put Ratio Backspread. Auf den S&P 500 werden mehr Puts gekauft als verkauft. So entsteht die Absicherung für starke Kursrückgänge.
- Im besten Fall kostenlos. Die Prämie des verkauften Puts finanziert die gekauften Puts. Durch regelmäßiges Rollen kann der Hedge immer wieder möglichst kostenneutral erneuert werden.
Ruhiger Ertrag nach festen Regeln. Kleinere Rückschläge, laufender Strategie-Cashflow, höchstens zwei Handelstage im Jahr.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Weiterbildung. Er stellt keine Anlageberatung oder konkrete Handlungsempfehlung dar. Der Optionshandel ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Frühere, historische oder beispielhafte Ergebnisse lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. Alle Zahlen stammen aus einer Rückrechnung mit historischen Kursen und historischen Optionspreisen (ORATS) zum Mittelkurs, ohne Gebühren, je Aktie auf einem eigenen Konto; sie sind kein Kontoauszug. Zinsen sind auf den Strategie-Cashflow über 10.000 $ gerechnet, zum Referenzzins abzüglich 0,5 Prozentpunkten. Bis auf den Abschnitt „Nach Steuern“ sind alle Zahlen vor Steuern gerechnet. Die Steuerrechnung ist vereinfacht und ersetzt keine Steuerberatung. Die Auswahl der Aktien ist eine persönliche Auswahl. Andere Aktien führen zu anderen Ergebnissen, auch zu Verlusten.