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Optionsstrategien

Covered Call mit Sparplan: die O4W SimpleCall Strategie

100 Aktien, ein Call im Jahr und ein Sparplan. Das ist die O4W SimpleCall Strategie, ein Covered Call mit festen Regeln. Zuerst kommen die zehn Aktien, die ich für die Strategie ausgesucht habe, und ihr Ergebnis. Danach zeige ich die Strategie an Caterpillar und an zwei weiteren Aktien, die ganz anders liefen. Gerechnet ist seit Januar 2016 mit echten Kursen und echten Optionspreisen.

Das Ergebnis vorweg
15,6 %Rendite pro Jahr im Durchschnitt der zehn Aktien
10 von 10Aktien mit kleinerem Rückgang als beim reinen Halten
83 %der Aktienkäufe hat der Strategie-Cashflow bezahlt
1 bis 2Handelstage im Jahr je Aktie

Der Preis dafür: Reines Halten hätte bei allen zehn Aktien mehr Rendite gebracht, im Durchschnitt 26,7 % pro Jahr. Die Strategie tauscht einen Teil des Kursgewinns gegen Ruhe. Rückrechnung vom 04.01.2016 bis 25.09.2026, ohne Gebühren.

Drei Bausteine

Die Strategie besteht aus drei Bausteinen. Jeder für sich ist bekannt. Neu ist, dass sie fest miteinander verbunden sind.

Der Sparplan baut den Bestand auf. Der Call erzeugt Ertrag und verkauft mit Aufschlag. Der Strategie-Cashflow bezahlt den nächsten Kauf.

Der Jahreskreislauf

Aus den drei Bausteinen ergibt sich ein Kreislauf, der sich jedes Jahr wiederholt:

  1. Anfang des JahresCall auf den Aktienbestand verkaufen. Je 100 Aktien ein Call.
  2. Jedes MonatsendeDer Sparplan kauft 8 Aktien, im Dezember 12. Bezahlt wird aus dem Strategie-Cashflow.
  3. Ende des JahresBis zu 100 neue Aktien sind im Depot. Sie bekommen am Jahresanfang ihren Call.
  4. Januar danachDer Call läuft aus. Die Aktien werden abgerufen oder bleiben im Depot.

Steht die Aktie am Verfallstag über dem Strike, wird der Call ausgeübt. Die Aktien gehen zum Strike weg, das Geld bleibt im Strategie-Cashflow. Steht sie darunter, verfällt der Call. Die Aktien bleiben und bekommen einen neuen Call.

Warum manchmal zwei Handelstage? Der Call läuft bis zum dritten Freitag im Januar. Am ersten Handelstag des Jahres läuft der alte Call also noch. Verfällt er drei Wochen später, brauchen seine Aktien einen neuen Call. Das war in 19 von 110 Aktienjahren so. In allen anderen Jahren reichte ein Handelstag. Einen ungedeckten Call gibt es nie.

Das Regelwerk

Neun Regeln, keine Prognose, kein Ermessen. Dasselbe Regelwerk gilt für jede Aktie.

RegelInhalt
Startkauf100 Aktien am ersten Handelstag
Sparplan8 Aktien am Monatsende, im Dezember 12
Sparplan-PauseGekauft wird nur bis 200 Aktien im Depot
BezahlungZuerst aus dem Strategie-Cashflow, der Rest aus eigenem Geld
Call verkaufenSobald 100 Aktien frei sind, nie ungedeckt
Strike10 % über dem Durchschnittskurs des Bestands, nächster gelisteter Strike
LaufzeitBis zum dritten Freitag im Januar des Folgejahres
AbrufDie Aktien gehen zum Strike weg, wenn der Käufer des Calls sein Recht ausübt
AktiensplitDie Grenze bleibt 200, der Überschuss wird im nächsten Januar verkauft

Das Ziel der Strategie

Das Ziel ist regelmäßiger Ertrag mit wenig Aufwand. Es geht um Ruhe, nicht um das Maximum.

Nicht das Ziel ist die höchste Rendite. Wer einen Call verkauft, gibt den Kursanstieg über dem Strike ab.

Welche Aktien ich nehme

Für die Strategie habe ich zehn große US-Aktien aus sieben Branchen ausgesucht: AMD, Applied Materials, Caterpillar, Eli Lilly, Morgan Stanley, Qualcomm, Microsoft, Meta, Amgen, Visa. Für sie gilt:

Wichtig: Der Funda Score ist vom September 2026. Im Januar 2016 waren diese Werte noch nicht bekannt.

Und die Aktien mit Split?

Auch sie habe ich durchgerechnet, darunter Apple, Nvidia und Tesla. Alle neun endeten mit Gewinn, zwischen 2,9 % und 20,9 % pro Jahr, im Durchschnitt 12,0 %. Der größte Rückgang war bei allen kleiner als beim reinen Halten.

Sie sind trotzdem nicht dabei. Ein Split vervielfacht die Stückzahl. Aus 200 Aktien werden bei einem Split im Verhältnis 10 zu 1 auf einen Schlag 2.000. Dann muss der Überschuss über 200 Aktien verkauft werden. Das sind zusätzliche Verkäufe, und die Strategie ist nicht mehr einfach.

Das Ergebnis der zehn Aktien

Rendite pro Jahr je Aktie
Januar 2016 bis 25.09.2026, auf das eigene Geld gerechnet
Fundamental Check bestandenBank
AMD28,5 %
Applied Materials19,1 %
Caterpillar15,4 %
Eli Lilly15,3 %
Morgan Stanley15,2 %
Qualcomm14,5 %
Microsoft13,9 %
Meta12,6 %
Amgen11,3 %
Visa10,8 %

Die zehn Aktien brachten zwischen 10,8 % und 28,5 % pro Jahr, im Durchschnitt 15,6 %. Die Rendite ist auf das eigene Geld gerechnet, also auf das, was tatsächlich vom Bankkonto überwiesen wurde.

Wer die Aktienkäufe bezahlt hat

Strategie-Cashflow und eigenes Geld
Alle zehn Aktien zusammen, Januar 2016 bis 25.09.2026

83 % Strategie-Cashflow
1.834.893 $

17 % eigenes Geld
367.884 $

Von 2.202.777 $ Aktienkäufen hat der Strategie-Cashflow 1.834.893 $ bezahlt, das sind 83 %. Nur 367.884 $ kamen aus eigenem Geld. Je Aktie lag der Anteil zwischen 73 % und 89 %.

PostenBetragErläuterung
Eigenes Geld367.884 $wenn der Strategie-Cashflow nicht reichte
Prämien aus den Calls361.264 $bei jedem Call-Verkauf
Erlös aus ausgeübten Calls1.568.500 $Aktien gehen zum Strike weg
Dividenden43.005 $auf alle gehaltenen Aktien
Zinsen9.854 $auf den Strategie-Cashflow über 10.000 $
Summe Zuflüsse2.350.507 $auf Dollar gerundet
Aktienkäufe−2.202.777 $Startkauf und Sparplan
Strategie-Cashflow heute147.731 $liegt auf den Konten

Je Aktie ist ein eigenes Konto gerechnet. Die Summe ist kein Depot, das jemand so führt, sie zeigt die Größenordnung. Der Strategie-Cashflow ist kein zusätzlicher Gewinn. Er ist der Teil des Werts, der gerade nicht in Aktien steckt.

Woher der Gewinn kommt

PostenBetragErläuterung
Prämien aus den Calls361.264 $129 Call-Verkäufe
Aktiengewinn beim Abruf62.994 $93 ausgeübte Calls
Dividenden43.005 $auf alle gehaltenen Aktien
Zinsen9.854 $auf den Strategie-Cashflow über 10.000 $
Schon auf dem Konto477.117 $ist wirklich angekommen
Noch offen: Kursgewinn der Aktien im Depot223.278 $entscheidet sich beim Verkauf
Noch offen: laufende Calls−172.695 $so viel würde der Rückkauf heute kosten
Gewinn527.701 $alle zehn Aktien, auf Dollar gerundet

Von 477.117 $, die schon auf dem Konto sind, stammen 361.264 $ aus Prämien. Das sind 76 %.

Die Strategie an einer Aktie: Caterpillar

Bei Caterpillar lief der Kreislauf in jedem Jahr wie geplant. In allen zehn Januaren von 2017 bis 2026 wurden 100 Aktien abgerufen, und die 100 Aktien aus dem Sparplan bekamen ihren Call. Der Sparplan lief ohne Pause, ein Handelstag im Jahr reichte.

6.799 $Start im Januar 2016, 100 Aktien zu 67,99 $
87 %der Käufe aus dem Strategie-Cashflow, eigenes Geld 35.881 $
60.739 $Gewinn bis heute, Kurs am 25.09.2026 821,58 $
15,4 %Rendite pro Jahr, reines Halten 30,8 %
20,2 %größter Rückgang, reines Halten 37,1 %
10 von 11Jahren im Plus. Das einzige Verlustjahr war 2018.

So lief es Jahr für Jahr. Die Spalte „Aus Strategie-Cashflow“ zeigt, welchen Teil der Käufe die Strategie selbst bezahlt hat.

JahrCalls im JanuarAktien­käufeEigenes GeldAus Strategie-CashflowGewinn im Jahr
2016keiner fällig14.832 $14.061 $5 %2.713 $
20171 ausgeübt11.758 $2.231 $81 %5.003 $
20181 ausgeübt14.236 $616 $96 %−917 $
20191 ausgeübt13.460 $1.062 $92 %4.499 $
20201 ausgeübt14.101 $0 $100 %6.435 $
20211 ausgeübt21.076 $0 $100 %1.012 $
20221 ausgeübt20.611 $856 $96 %5.885 $
20231 ausgeübt25.047 $642 $97 %8.469 $
20241 ausgeübt35.414 $5.233 $85 %3.476 $
20251 ausgeübt43.498 $11.181 $74 %17.830 $
2026 bis 25.09.1 ausgeübt52.414 $0 $100 %6.333 $
Gesamt10 ausgeübt266.447 $35.881 $87 %60.739 $

Was reines Halten hier heißt: Jemand kauft dieselben Aktien an denselben Tagen, bezahlt alles selbst und verkauft nichts. Die Dividenden bleiben auf dem Konto. So ist der Vergleich im ganzen Artikel gerechnet.

Zwei andere Verläufe: Amgen und AMD

Nicht jede Aktie läuft wie Caterpillar. Zwei meiner zehn Aktien zeigen, was passiert, wenn Calls verfallen und wenn der Kurs sehr schnell steigt.

Amgen: der Sparplan ruht oft

JahrCalls im JanuarAktien­käufeEigenes GeldAus Strategie-CashflowGewinn im Jahr
2016keiner fällig31.248 $29.665 $5 %−423 $
20171 verfallen0 $0 $kein Kauf7.065 $
20182 ausgeübt38.238 $270 $99 %2.357 $
20191 verfallen0 $0 $kein Kauf6.789 $
20202 ausgeübt46.634 $0 $100 %1.345 $
20211 verfallen0 $0 $kein Kauf3.458 $
20222 verfallen0 $0 $kein Kauf9.448 $
20232 ausgeübt51.096 $0 $100 %9.514 $
20241 ausgeübt29.977 $0 $100 %−312 $
20251 verfallen0 $0 $kein Kauf13.377 $
2026 bis 25.09.2 ausgeübt56.637 $0 $100 %8.838 $
Gesamt9 ausgeübt253.831 $29.935 $88 %61.455 $

AMD: der Kurs steigt sehr schnell

JahrCalls im JanuarAktien­käufeEigenes GeldAus Strategie-CashflowGewinn im Jahr
2016keiner fällig875 $813 $7 %621 $
20171 ausgeübt1.224 $244 $80 %−150 $
20181 ausgeübt1.737 $967 $44 %351 $
20191 ausgeübt3.133 $1.556 $50 %1.884 $
20201 ausgeübt6.820 $2.820 $59 %2.865 $
20211 ausgeübt10.548 $3.691 $65 %4.228 $
20221 ausgeübt8.707 $0 $100 %−3.930 $
20231 verfallen0 $0 $kein Kauf8.979 $
20242 ausgeübt32.400 $4.762 $85 %−5.542 $
20251 verfallen0 $0 $kein Kauf13.597 $
2026 bis 25.09.2 ausgeübt47.502 $5.340 $89 %22.906 $
Gesamt10 ausgeübt112.946 $20.192 $82 %45.809 $

Fünf Stärken, fünf Belege

Jede Stärke hat einen Beleg aus der Rückrechnung. Die Rendite ist keine Stärke: Reines Halten brachte bei allen zehn Aktien mehr.

StärkeBeleg aus der Rückrechnung
Kleinere RückschlägeGrößter Rückgang bei allen zehn kleiner als beim reinen Halten, im Durchschnitt 27 % gegen 45 %
Ertrag auch ohne steigenden KursPrämie, Dividende und Zinsen fließen auch bei stehendem Kurs. Alle zehn endeten mit Gewinn
Gewinn in den meisten JahrenJe Aktie 8 bis 11 von 11 Jahren im Plus
Bezahlt sich großteils selbst83 % der Aktienkäufe hat der Strategie-Cashflow bezahlt
Wenig AufwandEin bis zwei Handelstage im Jahr je Aktie. 129 Call-Verkäufe in fast elf Jahren, jeder durch Aktien gedeckt

Kleinere Rückschläge

Größter Rückgang je Aktie
Oben die Strategie, darunter reines Halten derselben Aktien
SimpleCallReines Halten
Visa16,3 %
35,8 %
Eli Lilly16,4 %
32,9 %
Microsoft18,5 %
35,0 %
Amgen19,5 %
22,7 %
Caterpillar20,2 %
37,1 %
Qualcomm21,6 %
40,9 %
Morgan Stanley25,7 %
48,7 %
Applied Materials33,2 %
52,8 %
Meta47,8 %
75,3 %
AMD49,7 %
64,0 %
Gemessen wird der Gewinn, also Wert minus eigenes Geld, vom bisherigen Höchststand bis zum tiefsten Punkt danach, in Prozent des Werts am Höchststand. Laufende Calls sind dabei mit ihrem inneren Wert angesetzt.
So ist gerechnet: das Beispiel Caterpillar

Beide Werte sind nach derselben Formel gerechnet, Tag für Tag von Januar 2017 bis zum 25.09.2026.

  1. Gewinn ist der Wert minus das eigene Geld.
  2. Der bisherige Höchststand des Gewinns wird gemerkt.
  3. Der Rückgang ist der Gewinn am Höchststand minus der Gewinn am Tiefpunkt.
  4. Geteilt wird durch den Wert am Höchststand plus das Geld, das seitdem eingezahlt wurde.

Zum Wert zählen die Aktien zum Tageskurs und das Geld auf dem Konto. Bei der Strategie ist das der Strategie-Cashflow, beim reinen Halten sind es die Dividenden. Laufende Calls sind mit ihrem inneren Wert abgezogen.

CaterpillarSimpleCallReines Halten
Höchststand am02.01.202022.01.2018
Wert am Höchststand31.038 $52.652 $
Eigenes Geld bis dahin17.969 $26.590 $
Gewinn am Höchststand13.068 $26.062 $
Tiefpunkt am23.03.202023.03.2020
Gewinn am Tiefpunkt6.785 $−4.508 $
Rückgang des Gewinns6.283 $30.570 $
Seit dem Höchststand eingezahlt0 $29.741 $
Geteilt durch31.038 $82.393 $
Größter Rückgang20,2 %37,1 %

Warum die Strategie weniger fiel: Im Januar 2020 waren 100 Aktien abgerufen worden. Das Geld lag als Strategie-Cashflow auf dem Konto und konnte nicht fallen. So sah das Depot am Tiefpunkt aus:

Am 23.03.2020SimpleCallReines Halten
Aktien im Depot116516
Geld auf dem Konto14.100 $4.428 $
Anteil des Geldes am Wert57 %9 %

Reines Halten hat mehr Aktien, weil nie verkauft wird. Jeder Rückgang steht deshalb in Prozent des eigenen Werts.

Die Prämie kommt am Tag des Verkaufs aufs Konto. Fällt die Aktie danach, ist ein Teil des Verlusts schon bezahlt. Dazu kommt der Strategie-Cashflow, der nicht mitschwankt.

2022: zwei Aktien verloren mehr als die Hälfte

Im Jahr 2022 fielen zwei der zehn Aktien zwischen dem Call-Verkauf im Januar und dem Verfall ein Jahr später um mehr als die Hälfte. Die Prämie fing davon unterschiedlich viel auf:

Call vom Januar 2022AMDMeta
Kurs beim Call-Verkauf150,24 $338,54 $
Durchschnittskurs86,84 $280,65 $
Strike95,00 $310,00 $
Prämie je Aktie62,12 $63,20 $
Kurs am Verfall70,07 $139,37 $
Rückgang−53 %−59 %
Davon fing die Prämie auf77 %32 %

Der Strike hängt am Durchschnittskurs, nicht am Tageskurs. AMD war vorher stark gestiegen, der Strike lag weit unter dem Kurs und die Prämie war hoch. Bei Meta lag der Strike nur wenig unter dem Kurs, die Prämie fing weniger auf. Die Strategie schützt also am besten, wenn der Kurs vorher stark gestiegen ist.

Im ganzen Jahr 2022 verloren die zehn Aktien mit der Strategie im Durchschnitt 2,7 %. Beim reinen Halten wären es 15,6 % gewesen.

Der Corona-Absturz 2020

Vom 19. Februar bis zum 23. März 2020 fielen die zehn Aktien im Durchschnitt um 31,2 %. So kamen die Strategie und reines Halten durch diese knapp fünf Wochen:

AktieKursReines HaltenSimpleCallWieder auf altem Stand
Microsoft−27,4 %−27,0 %−2,3 %14.04.2020
AMD−29,3 %−29,4 %−2,4 %13.04.2020
Eli Lilly−15,5 %−15,0 %−4,8 %26.03.2020
Amgen−16,6 %−15,8 %−9,0 %14.04.2020
Visa−36,4 %−36,3 %−11,5 %08.05.2020
Caterpillar−32,9 %−31,3 %−17,1 %05.06.2020
Qualcomm−31,0 %−28,8 %−18,8 %05.06.2020
Meta−31,9 %−32,2 %−20,2 %08.05.2020
Morgan Stanley−50,6 %−48,7 %−25,7 %08.06.2020
Applied Materials−40,4 %−39,9 %−27,0 %20.07.2020
Durchschnitt der 10 Aktien−31,2 %−30,4 %−13,9 %

Die Strategie verlor im Durchschnitt 13,9 %, reines Halten 30,4 %. Sie schnitt bei allen zehn Aktien besser ab. Nach durchschnittlich 50 Tagen stand sie wieder dort, wo sie vor dem Absturz war. Beim reinen Halten dauerte es 94 Tage. Eigenes Geld war in diesen Wochen nicht nötig. Der Sparplan kaufte zu tiefen Kursen, bezahlt aus dem Strategie-Cashflow.

Der Zeitpunkt war günstig. Der Absturz kam vier Wochen nach dem Januar-Verfall. Bei allen zehn Aktien waren gerade Calls ausgeübt worden. Im Depot lagen nur 108 statt 200 Aktien, und 36 % bis 53 % des Werts lagen als Strategie-Cashflow auf dem Konto. Ein Absturz im Herbst trifft die Strategie härter.

Laufende Calls sind in dieser Rechnung mit ihrem inneren Wert angesetzt, weil Tagespreise der Optionen fehlen.

Der Vergleich: Strike 10 % über dem Tageskurs

Im Regelwerk liegt der Strike 10 % über dem Durchschnittskurs des Bestands. Ist die Aktie vorher gestiegen, liegt der Strike deshalb oft unter dem Tageskurs. Das war bei 52 von 129 Call-Verkäufen so. Was wäre, wenn der Strike stattdessen 10 % über dem Kurs am Tag des Call-Verkaufs liegt? Ich habe dieselben zehn Aktien mit dieser einen Änderung durchgerechnet. Alle anderen Regeln bleiben gleich.

Alle zehn AktienStrike am Durchschnitts­kursStrike am Tageskurs
Rendite pro Jahr, Durchschnitt15,6 %14,7 %
Rendite pro Jahr, von bis10,8 % bis 28,5 %8,6 % bis 22,8 %
Größter Rückgang, Durchschnitt27 %33 %
Jahr 2022, Durchschnitt−2,7 %−7,2 %
Aus dem Strategie-Cashflow bezahlt83 %79 %
Eigenes Geld367.884 $416.306 $
Gewinn527.701 $541.763 $
Prämien aus den Calls361.264 $234.580 $
Aktiengewinn beim Abruf62.994 $133.856 $
Calls ausgeübt9384
Calls verfallen2537
Jahre mit zweitem Handelstag19 von 11023 von 110
AktieRendite Durchschnitts­kursRendite TageskursRückgang Durchschnitts­kursRückgang Tageskurs
AMD28,5 %22,8 %49,7 %45,1 %
Applied Materials19,1 %15,4 %33,2 %44,5 %
Caterpillar15,4 %17,8 %20,2 %28,3 %
Eli Lilly15,3 %19,1 %16,4 %21,5 %
Morgan Stanley15,2 %14,9 %25,7 %30,5 %
Qualcomm14,5 %12,4 %21,6 %38,9 %
Microsoft13,9 %13,0 %18,5 %27,6 %
Meta12,6 %8,6 %47,8 %48,4 %
Amgen11,3 %10,8 %19,5 %18,0 %
Visa10,8 %12,0 %16,3 %23,0 %
Durchschnitt15,6 %14,7 %26,9 %32,6 %

Beide Wege endeten bei allen zehn Aktien mit Gewinn. Der Strike am Durchschnittskurs gibt mehr Kursgewinn ab und federt Rückschläge besser ab. Deshalb bleibt er im Regelwerk.

Nach Steuern: privat und GmbH

Alle Zahlen bis hierher sind vor Steuern gerechnet. Was nach Steuern bleibt, hängt davon ab, wer handelt: du als Privatperson oder eine vermögensverwaltende GmbH. Ich habe beide Fälle mit denselben Geschäften nachgerechnet, mit dem deutschen Steuerrecht von heute.

Keine Steuerberatung. Das ist eine Rechnung mit Annahmen. Ich bin Trader, kein Steuerberater. Für deinen eigenen Fall frag bitte einen Steuerberater.

So wird besteuert

Die 29,8 % der GmbH setzen sich zusammen aus Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag (15,8 %) und Gewerbesteuer (14,0 % bei einem Hebesatz von 400 %). Bei den Dividenden ist die Quellensteuer der USA von 15 % eingerechnet. Gerechnet ist mit den Sätzen von 2026. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise von 15 % auf 10 %.

Was nach Steuern bleibt

Alle zehn AktienVor SteuernPrivatGmbH, Geld bleibt in der GmbHGmbH, Gewinn ausgeschüttet
Strike am Durchschnittskurs (Regelwerk)
Rendite pro Jahr, Durchschnitt15,6 %11,7 %12,5 %10,1 %
Steuern0 $144.084 $125.558 $231.003 $
Eigenes Geld367.884 $461.042 $434.005 $434.005 $
Gewinn nach Steuern527.701 $380.774 $399.794 $294.349 $
Strike am Tageskurs
Rendite pro Jahr, Durchschnitt14,7 %11,0 %12,5 %10,1 %
Steuern0 $150.942 $89.568 $208.274 $
Eigenes Geld416.306 $502.771 $461.140 $461.140 $
Gewinn nach Steuern541.763 $387.635 $450.072 $331.365 $

So ist gerechnet: Die Steuer wird bei jedem Ertrag sofort vom Strategie-Cashflow abgezogen. Dadurch braucht der Sparplan mehr eigenes Geld. Am Stichtag 25.09.2026 ist so gerechnet, als liefen die laufenden Calls aus und die übrigen Aktien würden verkauft. Privat ohne Kirchensteuer und ohne Sparer-Pauschbetrag. Beim Aktiengewinn zählt privat die Reihenfolge der Käufe, in der GmbH der Durchschnittskurs. Nicht enthalten sind die laufenden Kosten einer GmbH, etwa für Buchführung und Jahresabschluss, und die Umrechnung von Dollar in Euro.

Der Black-Swan-Hedge als Begleiter

Ruhiger Ertrag nach festen Regeln. Kleinere Rückschläge, laufender Strategie-Cashflow, höchstens zwei Handelstage im Jahr.

Thorsten Eberhart
Über den Autor

Thorsten Eberhart ist Vollzeit-Trader aus Düsseldorf und erwirtschaftet sein Einkommen mit dem Optionshandel — überwiegend Stillhalterstrategien mit Fokus auf Risikomanagement. Er betreibt Options4Winners und den gleichnamigen YouTube-Kanal.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Weiterbildung. Er stellt keine Anlageberatung oder konkrete Handlungsempfehlung dar. Der Optionshandel ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Frühere, historische oder beispielhafte Ergebnisse lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. Alle Zahlen stammen aus einer Rückrechnung mit historischen Kursen und historischen Optionspreisen (ORATS) zum Mittelkurs, ohne Gebühren, je Aktie auf einem eigenen Konto; sie sind kein Kontoauszug. Zinsen sind auf den Strategie-Cashflow über 10.000 $ gerechnet, zum Referenzzins abzüglich 0,5 Prozentpunkten. Bis auf den Abschnitt „Nach Steuern“ sind alle Zahlen vor Steuern gerechnet. Die Steuerrechnung ist vereinfacht und ersetzt keine Steuerberatung. Die Auswahl der Aktien ist eine persönliche Auswahl. Andere Aktien führen zu anderen Ergebnissen, auch zu Verlusten.