Die Frage „PMCC oder Covered Call?“ wird meistens falsch gestellt. Sie klingt nach einem Wettbewerb zwischen zwei Strategien — dabei ist die verkaufte Option in beiden Fällen dieselbe: ein kurzlaufender Call oberhalb des aktuellen Kurses. Der Ertrag kommt aus derselben Quelle.
Unterschiedlich ist nur die Deckung. Beim Covered Call decken 100 Aktien den Short Call. Beim Poor Man’s Covered Call — kurz PMCC — übernimmt ein tief im Geld liegender, langlaufender Call diese Rolle. Damit sinkt der Kapitaleinsatz auf etwa ein Viertel. Und genau daraus folgt alles Weitere: die höhere Prämienrendite, das umgekehrte Vorzeichen beim Vega, die fehlende Dividende, das Verfallsdatum der Basisposition.
Um den Vergleich nicht an einem konstruierten Lehrbuchbeispiel zu führen, stehen hier zwei reale Positionen nebeneinander: beide auf die Aktie NOW, beide vom 1. September 2026, beide mit demselben verkauften Call. Jede Kennzahl in diesem Artikel lässt sich damit nachprüfen.
Der Aufbau: derselbe Short Call, zwei Deckungen
Ein Covered Call besteht aus zwei Bausteinen: 100 Aktien und einem darauf verkauften Call. Der PMCC ersetzt die Aktien durch einen Long Call mit langer Restlaufzeit und tiefem Strike — technisch ist er damit ein Diagonal Spread, und genau so heißt er in den meisten Handelsplattformen auch.
Covered Call
Poor Man’s Covered Call
Der Name „Poor Man’s Covered Call“ legt nahe, dass der lange Schenkel ein LEAPS mit über einem Jahr Restlaufzeit sein muss. Das ist keine Bedingung — im realen Beispiel unten liegt der Long Call bei 171 Tagen. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern das Verhältnis von gekauftem zu verkauftem Zeitwert. Darauf kommen wir weiter unten zurück, denn dort steckt der eigentliche Hebel der Strategie.
Der PMCC ist kein anderer Trade. Er ist derselbe Trade auf einer geliehenen Basis mit Ablaufdatum.
Es gibt noch eine dritte Variante mit demselben Ziel: Statt eines einzelnen Long Calls dient ein ZEBRA als Basisposition. Diese Konstruktion habe ich in Covered Call ohne Aktien ausführlich beschrieben. Sie kauft sich mit vier Optionslegs ein nahezu extrinsikfreies Delta — teurer im Kapital als ein PMCC, dafür ohne dessen Zeitwert-Miete.
Zwei reale Positionen
Beide Positionen wurden am 1. September 2026 auf die Aktie NOW gestellt, die an diesem Tag bei 143,54 US-Dollar notierte (−3,0 % auf Tagessicht). Der verkaufte Call ist in beiden Fällen exakt derselbe.
Covered Call
PMCC / Diagonal Call Spread
| Kennzahl | Covered Call | PMCC |
|---|---|---|
| Kapitaleinsatz | 13.337 USD | 3.300 USD |
| Anteil am Covered Call | 100 % | 24,7 % |
| Maximaler Verlust | 13.337 USD | 3.300 USD |
| Maximaler Gewinn | 1.163 USD | 901 USD |
| Break-even | 133,37 (−7,1 %) | 133,87 (−6,8 %) |
| Gewinnwahrscheinlichkeit | 66 % | 65 % |
| Bruttoprämie je 45-Tage-Zyklus | 7,6 % | 30,8 % |
| … nach Zeitwertverlust der Basis | 7,6 % | 23,0 % |
| Implizite Volatilität | 52 % | 57 % (Mittel beider Legs) |
Zwei Zeilen sind bemerkenswert — und sie sind es, die den ganzen Artikel tragen.
Break-even und Gewinnwahrscheinlichkeit sind praktisch identisch. 133,37 gegen 133,87 US-Dollar, 66 gegen 65 %. Beide Positionen treffen dieselbe Aussage über die Aktie und liegen mit derselben Wahrscheinlichkeit richtig. Der PMCC riskiert dabei absolut weniger — 3.300 statt 13.337 US-Dollar. Was er nicht ist: eine Position mit besseren Chancen.
Der Kapitaleinsatz unterscheidet sich um den Faktor vier. 3.300 gegen 13.337 US-Dollar. Genau das ist die Zahl, mit der der PMCC beworben wird: dieselbe Prämie von 1.017,50 US-Dollar, ein Viertel des Kapitals, also gut die vierfache Rendite auf den Einsatz.
Die 30,8 % sind allerdings eine Bruttozahl, und daran scheitern die meisten PMCC-Rechnungen im Netz. Der Long Call verliert im selben Zeitraum ebenfalls Zeitwert. Bleibt die Aktie über die 45 Tage exakt bei 143,54, fällt er von 4.318 auf 4.058 US-Dollar — 260 US-Dollar Miete. Vom Zyklus bleiben damit 758 statt 1.017,50 US-Dollar, also 23,0 % statt 30,8 %. Beim Covered Call gibt es diesen Abzug nicht: Dort sind 7,6 % brutto auch 7,6 % netto.
Das Auszahlungsprofil
Interessant ist nicht der Verfall des Long Calls im Februar, sondern der Tag, an dem der Short Call ausläuft — der 16. Oktober. Beim Covered Call ist das der Verfall der einzigen Option. Beim PMCC steht der Long Call an diesem Tag noch mit 126 Tagen Restlaufzeit im Depot und trägt weiterhin Zeitwert. Die PMCC-Kurve ist deshalb gerundet und nicht eckig.
Gewinn und Verlust am 16. Oktober
Verfall des Short Calls · Long Call beim PMCC zum Modellwert mit 126 Tagen Restlaufzeit · Angaben in USD je Position
Der Verlauf des Covered Call ist exakt; die PMCC-Kurve ist mit den impliziten Volatilitäten der beiden Legs nachgerechnet (52,4 % short, 61,1 % long) und trifft die Eckwerte der Handelsplattform auf wenige Prozent genau. Der PMCC-Break-even liegt in meiner Rechnung bei 134,15 statt 133,87 — der Unterschied zum Covered Call bleibt so oder so unter einem Dollar.
Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens: Der PMCC verliert nach unten in absoluten Zahlen weniger — sein Maximalverlust ist auf den Netto-Debit von 3.300 US-Dollar begrenzt, während 100 Aktien theoretisch bis auf null fallen können. Zweitens: Nach oben gewinnt er weniger, und sein Gewinn sinkt sogar wieder, je weiter die Aktie über den Short-Strike läuft. Der Grund ist der schwindende Zeitwert des Long Calls: Je tiefer er ins Geld gerät, desto weniger Extrinsik trägt er.
Die Prozentzahlen erzählen allerdings eine andere Geschichte. Eine Einschränkung vorweg: Die Tabelle rechnet mit unveränderter impliziter Volatilität. Für den PMCC ist das der ungünstige Fall — warum, steht weiter unten bei den Griechen.
| Kurs am 16. Okt. | Covered Call | in % Kapital | PMCC | in % Kapital |
|---|---|---|---|---|
| 100 | −3.336 | −25,0 % | −2.202 | −66,7 % |
| 110 | −2.336 | −17,5 % | −1.667 | −50,5 % |
| 120 | −1.336 | −10,0 % | −1.034 | −31,3 % |
| 130 | −336 | −2,5 % | −318 | −9,6 % |
| 140 | +664 | +5,0 % | +466 | +14,1 % |
| 143,54 (unverändert) | +1.018 | +7,6 % | +758 | +23,0 % |
| 145 | +1.164 | +8,7 % | +879 | +26,6 % |
| 160 | +1.164 | +8,7 % | +683 | +20,7 % |
| 180 | +1.164 | +8,7 % | +529 | +16,0 % |
Bei einem Kursrutsch auf 100 US-Dollar verliert der Covered Call 25 % des eingesetzten Kapitals — der PMCC 67 %. In Dollar ist der PMCC-Verlust kleiner, gemessen am Einsatz ist er fast dreimal so groß. Genau das ist der Preis für die vierfache Prämienrendite. Es ist derselbe Hebel, einmal von der angenehmen und einmal von der unangenehmen Seite betrachtet. Ein Teil dieses Abstands schmilzt allerdings, sobald man berücksichtigt, dass ein Kursrutsch die Volatilität hebt — dazu gleich mehr.
Definiertes Risiko heißt nicht kleines Risiko. Der PMCC hat einen Maximalverlust — und der beträgt 100 % des Einsatzes.
Der ehrliche Vergleich: gleiches Kapital
Einen PMCC gegen einen Covered Call zu stellen, ist kein fairer Vergleich — die eine Position bindet 13.337 US-Dollar, die andere 3.300. Wer den PMCC wählt, um Kapital zu sparen, hat den Vorteil bereits gehabt. Wer ihn wählt, weil er mehr Rendite will, setzt das freie Kapital normalerweise wieder ein.
Also: ein Covered Call gegen vier PMCC. Beide Varianten binden dann rund 13.200 bis 13.300 US-Dollar.
Gleicher Kapitaleinsatz: 1 Covered Call gegen 4 PMCC
13.337 USD gegen 13.200 USD · Gewinn und Verlust am 16. Oktober in USD
Dieselben Werte wie oben, nur mit vier PMCC-Kontrakten statt einem. Bei gleichem Kapital dreht sich das Bild: Der PMCC gewinnt nach oben das Dreifache und verliert nach unten das Zweieinhalbfache.
| Kurs am 16. Okt. | 1 × Covered Call | 4 × PMCC |
|---|---|---|
| 100 | −3.336 | −8.808 |
| 120 | −1.336 | −4.137 |
| 130 | −336 | −1.271 |
| 143,54 | +1.018 | +3.030 |
| 145 | +1.164 | +3.518 |
| 160 | +1.164 | +2.734 |
| 180 | +1.164 | +2.114 |
Der PMCC ist also keine sparsamere Variante desselben Trades — er ist derselbe Trade mit Hebel. Ob man ihn als kapitalschonend oder als gehebelt wahrnimmt, hängt nur davon ab, was mit dem freigewordenen Kapital passiert.
Und wenn man nach Risiko statt nach Kapital dosiert?
Der naheliegende Einwand: Dann kauft man eben weniger Kontrakte. Genau das ist die richtige Antwort — und sie führt zum fairsten aller drei Vergleiche. Gleiches Delta bedeutet gleiche Richtungswette, und dafür braucht es 1,66 PMCC je Covered Call (47,4 geteilt durch 28,6).
| Kurs am 16. Okt. | 1 × Covered Call | 1,66 × PMCC |
|---|---|---|
| 100 | −3.336 | −3.649 |
| 120 | −1.336 | −1.714 |
| 130 | −336 | −527 |
| 143,54 | +1.018 | +1.256 |
| 145 | +1.164 | +1.458 |
| 160 | +1.164 | +1.133 |
| 180 | +1.164 | +876 |
| Kapitalbindung | 13.337 | 5.469 (41 %) |
So dosiert bleibt tatsächlich ein Vorteil übrig, und zwar ein anderer als der beworbene: Bei nahezu gleichem Verlustprofil bindet der PMCC 41 % des Kapitals. Er verdient etwas mehr, solange die Aktie in der Nähe des Short-Strikes landet, und weniger, wenn sie weit darüber hinausschießt. Der Rest des Kapitals ist frei — für andere Positionen, als Reserve, oder er bleibt einfach liegen.
Der ehrliche Verkaufsgrund für den PMCC ist nicht „mehr Rendite“, sondern „dasselbe Risiko mit weniger gebundenem Kapital“. Die vierfache Prämienrendite entsteht erst, wenn man den Hebel tatsächlich nutzt — und dann ist sie keine Effizienz mehr, sondern eine größere Position.
Die Griechen: hier laufen beide wirklich auseinander
Ein Blick auf die Griechen zeigt den strukturellen Unterschied deutlicher als jede Auszahlungskurve. Alle Werte stammen aus derselben Momentaufnahme wie oben.
| Kennzahl | Covered Call | PMCC |
|---|---|---|
| Delta | +47,4 | +28,6 |
| Theta (USD pro Tag) | +12,40 | +6,73 |
| Gamma | −1,51 | −1,06 |
| Vega | −20,1 | +6,37 |
| Rho | −8,08 | +26,2 |
| Kapitaleinsatz | 13.337 | 3.300 |
| Theta je 1.000 USD Kapital | 0,93 | 2,04 |
Drei Beobachtungen dazu.
1. Der PMCC hat weniger Delta, nicht mehr
Pro Kontrakt bewegt sich der PMCC mit 29 % eines Aktienpunkts, der Covered Call mit 47 % — also nur mit gut 60 % der Richtungsbeteiligung. Wer beide „eins zu eins“ vergleicht, vergleicht zwei unterschiedlich große Wetten. Der Hebel entsteht ausschließlich über das Kapital, nicht über das Delta je Kontrakt.
2. Das Vega wechselt das Vorzeichen
Das ist der am häufigsten übersehene Punkt — und hier steht er nicht als Behauptung, sondern als Zahl: −20,1 gegen +6,37.
Der Covered Call ist netto short Vega. Er besteht aus Aktien (Vega null) und einer verkauften Option. Steigende implizite Volatilität schadet ihm, fallende hilft ihm. Der PMCC ist netto long Vega, weil der langlaufende Call mehr Vega trägt als der kurzlaufende verkaufte. Ein Volatilitätsrückgang kostet ihn Geld — genau in dem Moment, in dem er dem Covered Call nützt.
Fällt die implizite Volatilität um 10 Punkte auf 42 %, gewinnt der Covered Call rund 200 US-Dollar, während der PMCC etwa 64 verliert.
An dieser Stelle muss ich die eigene Rechnung allerdings bremsen, denn sie unterstellt, dass beide Laufzeiten gleich stark nachgeben. Das tun sie nicht: Kurzlaufende Volatilität schwankt deutlich stärker als langlaufende. Gibt die 45-Tage-Vola 10 Punkte nach und die 171-Tage-Vola nur 5, sieht es so aus:
| Volatilitätsrückgang | Covered Call | PMCC |
|---|---|---|
| parallel, beide −10 Punkte | +201 | −64 |
| realistisch: kurz −10, lang −5 | +201 | +69 |
Das Vorzeichen dreht sich. Der Vega-Unterschied zwischen beiden Strategien ist real und messbar — die häufig daraus gezogene Folgerung „nach einem Volatilitätsspike ist der PMCC die falsche Wahl“ folgt daraus aber nicht zwingend, weil der Rückgang bei den kurzen Laufzeiten typischerweise stärker ausfällt und genau dort der PMCC short ist. Wer diesen Punkt ernst nimmt, sollte die Terminstruktur ansehen und nicht nur eine einzige IV-Zahl.
Der eigentliche Punkt: Vola und Kurs hängen zusammen
Bis hierhin habe ich das Vega behandelt, als könnte sich die Volatilität unabhängig vom Kurs bewegen. Das tut sie nicht. Bei Aktien gilt so verlässlich wie wenige andere Zusammenhänge: Fällt der Kurs, steigt die implizite Volatilität. Und genau das ist der Fall, in dem der PMCC sein positives Vega gebrauchen kann — nämlich dort, wo er am verletzlichsten ist.
Wie stark der Zusammenhang bei diesem Basiswert ist, muss man nicht schätzen. Er steckt bereits in den Zahlen dieses Artikels, im Skew zwischen den beiden Legs:
| Strike | Abstand zum Kurs | Implizite Volatilität |
|---|---|---|
| 145 | +1 % | 52,4 % |
| 110 | −23 % | 61,1 % |
Das sind 0,36 Volatilitätspunkte je 1 % Kursabstand. Rutscht die Aktie um 30 % auf 100 US-Dollar, liegt die dann am Geld notierende Volatilität allein nach dieser Kurve bei rund 63 % statt 52 % — gut 10 Punkte höher. Und das ist die konservative Rechnung: In einem echten Ausverkauf verschiebt sich die gesamte Oberfläche zusätzlich nach oben, der Aufschlag fällt dann größer aus.
Am 16. Oktober wirkt sich das maximal asymmetrisch aus, denn zu diesem Zeitpunkt ist der Short Call verfallen:
Covered Call
Aktien plus eine verfallene Option. Vollständig unabhängig von der Volatilität. Der Vola-Anstieg bringt ihm nichts und kostet ihn nichts.
PMCC
Ein Long Call mit 126 Tagen Restlaufzeit. Voll vola-abhängig — und long Vega. Der Anstieg federt den Kursverlust ab.
| Kurs am 16. Okt. | Covered Call | PMCC bei 61 % IV | PMCC bei 71 % IV | Puffer |
|---|---|---|---|---|
| 100 | −3.336 | −2.202 | −1.968 | +234 |
| 110 | −2.336 | −1.667 | −1.416 | +251 |
| 120 | −1.336 | −1.034 | −780 | +254 |
| 130 | −336 | −318 | −73 | +245 |
Der Einwand trifft also zu, und er trifft die Szenariotabelle weiter oben: Sie rechnet mit unveränderter Volatilität und zeichnet den PMCC damit systematisch zu schlecht. Realistisch verliert er im Kursrutsch etwa 250 US-Dollar weniger, als dort steht.
Zwei Einschränkungen gehören dazu, sonst wird aus einem Puffer eine Legende.
Erstens dämpft der Effekt, er dreht nicht. Bei einem Kurs von 100 verbessert sich der PMCC von −66,7 auf −59,6 % des Einsatzes. Der Covered Call steht unverändert bei −25,0 %. Der Abstand schrumpft von 42 auf 35 Prozentpunkte — er verschwindet nicht.
Zweitens gilt derselbe Zusammenhang nach oben, dann aber gegen den PMCC. Steigt die Aktie, fällt die Volatilität, und der lange Schenkel verliert an Wert:
| Kurs am 16. Okt. | Covered Call | PMCC bei 61 % IV | PMCC bei 51 % IV |
|---|---|---|---|
| 150 | +1.164 | +804 | +623 |
| 160 | +1.164 | +683 | +532 |
| 180 | +1.164 | +529 | +430 |
Unterm Strich flacht die Kurs-Vola-Kopplung das Profil des PMCC ab: Sie hebt den Verlustbereich an und drückt den Gewinnbereich. Beim Covered Call passiert an diesem Stichtag nichts davon.
Solange beide Legs noch leben, kommt die Terminstruktur von oben wieder ins Spiel — und sie frisst einen guten Teil des Puffers. Fällt die Aktie nach 20 Tagen auf 120 und die Volatilität springt:
| Volatilitätssprung | Covered Call | PMCC |
|---|---|---|
| parallel, beide +10 Punkte | −63 | +214 |
| realistisch: kurz +15, lang +7 | −101 | +93 |
| heftig: kurz +20, lang +8 | −141 | +80 |
Der PMCC bleibt in jeder Variante auf der besseren Seite — aber statt der 214 US-Dollar aus der naiven Parallelrechnung bleiben realistisch 80 bis 90 übrig, weil der Vola-Sprung zuerst und am heftigsten die kurze Laufzeit trifft, in der er short ist.
Der Vola-Puffer im Kursrutsch ist der stärkste Einzelvorteil des PMCC gegenüber dem Covered Call — und der einzige, der ausgerechnet dann wirkt, wenn es unangenehm wird. Er ist nur kleiner als die reine Vega-Zahl verspricht, und er wird auf der Gegenseite mit einem gedämpften Aufwärtsprofil bezahlt.
Eine Einschränkung, die beim Nachrechnen sichtbar wird: Das Vorzeichen hängt daran, wie tief der Long Call im Geld liegt. Bei Delta 0,81 wie hier ist das Netto-Vega klar positiv. Geht man auf Delta 0,95, kippt es ins Negative — dann ist auch der PMCC netto short Vega. Die pauschale Aussage „der PMCC ist long Vega“ gilt also für die übliche Strike-Wahl, nicht generell.
3. Theta pro Kapital ist der eigentliche Vorteil
Der Covered Call verdient pro Tag fast doppelt so viel — 12,40 gegen 6,73 US-Dollar. Bezogen auf das gebundene Kapital ist der PMCC aber gut doppelt so effizient: 2,04 gegen 0,93 US-Dollar je 1.000 US-Dollar Einsatz.
Nebenbei: Das Rho dreht ebenfalls, von −8,08 auf +26,2. Ein tief im Geld liegender Long Call enthält eine eingebaute Finanzierung — steigende Zinsen machen ihn wertvoller, während sie den Aktienbesitz belasten. Bei 45 bis 171 Tagen Laufzeit ist das eine Randnotiz, keine Entscheidungsgrundlage.
Und eine Gemeinsamkeit, die leicht untergeht
Beide Positionen haben ein negatives Gamma — −1,51 und −1,06. In beiden Fällen dominiert der verkaufte Call: Große, schnelle Bewegungen sind für beide ungünstig, und das Delta arbeitet jeweils gegen einen, sobald es ernst wird. „Definiertes Risiko“ beim PMCC heißt nur, dass der Verlust eine Untergrenze hat — nicht, dass die Position ruhiger läuft. Wer wissen will, wie sich negatives Gamma praktisch auswirkt, findet die Messung dazu in Negatives Gamma: Schwankt der Markt wirklich stärker?.
Warum der PMCC überhaupt funktioniert
Der Vorteil ist kein Trick, sondern eine Eigenschaft des Zeitwerts: Kurzlaufende Optionen verlieren pro Tag deutlich mehr Zeitwert als langlaufende. Der Zeitwert fällt näherungsweise mit der Wurzel der Restlaufzeit — und nicht linear.
In diesem Beispiel:
Zeitwert pro Tag
Extrinsischer Wert der Position geteilt durch ihre Restlaufzeit
Der gekaufte Call trägt fast denselben Zeitwert-Vorrat wie der verkaufte, verteilt ihn aber auf 171 statt 45 Tage. Gezeigt ist der Durchschnitt über die Restlaufzeit; das aktuelle Theta liegt niedriger (5,5 gegen 12,4), weil der Zeitwertverlust einer Option zum Verfall hin beschleunigt — was den Vorsprung des kurzen Schenkels über den Zyklus hinweg noch vergrößert.
Der PMCC zahlt also Zeitwert-Miete auf den Long Call und kassiert gleichzeitig ein Vielfaches davon aus dem Short Call. Über die Laufzeit des Long Calls — 171 Tage, also 3,8 Zyklen à 45 Tage — sieht das so aus, wenn die Aktie exakt bei 143,54 stehen bliebe:
| 171 Tage Seitwärtsbewegung | Covered Call | PMCC |
|---|---|---|
| Vereinnahmte Prämien (3,8 Zyklen) | 3.866 USD | 3.866 USD |
| Zeitwertverlust der Basis | keiner | −964 USD |
| Ergebnis | +3.866 USD | +2.903 USD |
| Kapitaleinsatz | 13.337 USD | 3.300 USD |
| Rendite | +29,0 % | +88,0 % |
Diese Zahlen sehen spektakulär aus, und genau deshalb muss man sie einordnen. Es ist das Bestfall-Szenario für beide, und die Annahme dahinter ist bei diesem Basiswert die unwahrscheinlichste von allen: Bei 52 % impliziter Volatilität preist der Markt für 171 Tage eine Standardabweichung von rund ±51 US-Dollar ein — mehr als ein Drittel des Kurses. Auf 45 Tage sind es ±26 US-Dollar oder ±18 %. Eine Aktie, die so bepreist wird, steht nicht ein halbes Jahr still, und in rund einem Drittel aller Fälle verlässt sie diese Spanne sogar.
Jede „so viel Prozent pro Jahr“-Rechnung zum PMCC steht und fällt mit der Annahme, dass der Kurs stehen bleibt. Je höher die Prämie, desto unwahrscheinlicher ist genau diese Annahme.
Woran der Vorteil wirklich hängt — es ist nicht die Volatilität
Es liegt nahe, den PMCC an eine Volatilitätsbedingung zu knüpfen: viel Prämie, viel Vorteil. Rechnet man es durch, stimmt das nicht. Entscheidend ist eine andere Größe, die ich hier Miet-Quote nenne: der Zeitwert des Long Calls geteilt durch die Prämien, die man über dessen Laufzeit einnimmt.
Variiert man nur die implizite Volatilität, bleibt der Renditevorsprung des PMCC nahezu konstant, weil Miete und Prämien gemeinsam steigen:
| Implizite Volatilität | Miet-Quote | Covered Call | PMCC | Faktor |
|---|---|---|---|---|
| 20 % | 15 % | +10,0 % | +36,8 % | 3,7× |
| 30 % | 14 % | +15,7 % | +60,2 % | 3,8× |
| 40 % | 16 % | +21,5 % | +80,5 % | 3,7× |
| 52 % | 19 % | +29,0 % | +101,6 % | 3,5× |
| 65 % | 22 % | +36,9 % | +119,4 % | 3,2× |
Variiert man dagegen den Short-Strike, bricht der Vorteil weg:
| Short Call | Delta | Prämie | Miet-Quote | Covered Call | PMCC | Faktor |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 145 (+1 %) | 0,53 | 1.018 | 25 % | +29,0 % | +88,0 % | 3,0× |
| 155 (+8 %) | 0,38 | 638 | 40 % | +17,7 % | +39,8 % | 2,2× |
| 165 (+15 %) | 0,26 | 382 | 66 % | +10,4 % | +12,4 % | 1,2× |
Bei einem konservativ gewählten Short Call 15 % über dem Kurs frisst die Zeitwert-Miete zwei Drittel der Einnahmen, und der Renditevorsprung schrumpft von 3,0× auf 1,2×. Für diesen Rest trägt man den vollen Hebel, das Verfallsdatum, die zusätzlichen Spreads und die höhere Komplexität. Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz:
Der PMCC zwingt dazu, näher am Geld zu verkaufen als ein Covered Call. Und je näher am Geld, desto häufiger läuft der Short Call ins Geld — mit allem, was daran hängt.
Der Short Call im realen Beispiel liegt genau 1 % über dem Kurs, hat Delta 0,53 und damit eine Wahrscheinlichkeit von gut 50 %, im Geld zu enden. Das ist kein Zufall und keine Nachlässigkeit — es ist die Bauart der Strategie. Wie man einen ins Geld gelaufenen Short Call behandelt, habe ich in Optionen rollen Schritt für Schritt durchgerechnet. Und wie man beurteilt, ob 52 % implizite Volatilität für einen Basiswert viel oder wenig sind, steht im IV Z-Score.
Was der Covered Call kann und der PMCC nicht
Vier Eigenschaften gehen mit dem Wechsel zur Optionsbasis verloren — und keine davon steht in der Renditerechnung.
Das ist der wichtigste Unterschied. Fällt die Aktie um 30 %, kann der Aktionär drei Jahre lang weiter Calls verkaufen und warten. Der PMCC-Halter hat ein Ablaufdatum, im Beispiel den 19. Februar 2027. Steht die Aktie dann unter 110, ist der Long Call wertlos und der Verlust endgültig. Man kann den Long Call natürlich weiter hinausrollen — aber das ist kein Warten, sondern ein Nachkauf: Jede Verlängerung kostet erneut Zeitwert, und zwar genau dann am meisten, wenn die Aktie in der Nähe des Long-Strikes steht und der Call den höchsten Zeitwertanteil hat.
Der Optionsinhaber bekommt keine. Bei einem Titel mit 2 % Dividendenrendite wären das auf 14.354 US-Dollar Aktienwert rund 287 US-Dollar im Jahr — bei einem dividendenstarken Basiswert kippt diese Position die gesamte Rechnung.
Eine liquide Aktie hat eine Geld-Brief-Spanne von einem Cent. Ein tief im Geld liegender Call mit 171 Tagen Laufzeit hat schnell 0,50 bis 1,50 US-Dollar. Auf einen Einsatz von 3.300 US-Dollar sind 100 US-Dollar Spreadkosten für Ein- und Ausstieg bereits 3 % — bevor der erste Dollar verdient ist.
Läuft der Short Call beim Covered Call ins Geld, werden die Aktien eingebucht und die Sache ist erledigt. Beim PMCC muss die Gesamtposition geschlossen werden — zwei Legs, zwei Spreads, und der Long Call gibt dabei seinen restlichen Zeitwert an den Markt ab.
Ein Punkt, den ich hier bewusst offen lasse: In Deutschland werden Aktiengeschäfte und Termingeschäfte steuerlich unterschiedlich behandelt und in getrennten Verlustverrechnungskreisen geführt. Ein Covered Call besteht aus beidem, ein PMCC nur aus Termingeschäften — das kann die Nettorechnung in die eine oder andere Richtung verschieben. Die Regeln ändern sich zu häufig, als dass ich hier belastbare Zahlen nennen könnte; das gehört mit dem eigenen Steuerberater geklärt, bevor man eine der beiden Strategien in Größe fährt.
Fünf Fallen beim PMCC
Falle 1: Der Long Call wird zur höheren Volatilität gekauft
Die Handelsplattform zeigt für die Gesamtposition „57 % implizite Volatilität“ an — den Mittelwert beider Legs. Rechnet man die Legs einzeln aus den Preisen zurück, ergibt sich ein anderes Bild:
| Leg | Implizite Volatilität |
|---|---|
| Verkaufter Call 145, 45 Tage | 52,4 % |
| Gekaufter Call 110, 171 Tage | 61,1 % |
Man kauft also zu 61 % und verkauft zu 52 %. Das ist kein Fehler der Plattform, sondern der Skew: Tiefe Strikes werden höher bepreist, und ein tief im Geld liegender Call erbt diese Bepreisung über die Put-Call-Parität vom entsprechenden Put. Zu 52,4 % hätte der Long Call 4.095 statt 4.318 US-Dollar gekostet. Der Aufschlag von 221 US-Dollar entspricht 6,7 % des gesamten Netto-Debits und erhöht die Zeitwert-Miete um rund 30 %.
Bei der genauen Höhe ist Vorsicht geboten: Die 61,1 % sind aus dem Preis zurückgerechnet und hängen an Annahmen zu Zins und Dividende, und für tief im Geld liegende amerikanische Optionen ist eine solche Rückrechnung ohnehin ungenau. Modellfrei und unstrittig ist dagegen die Zahl dahinter: Der Long Call trägt 963 US-Dollar reinen Zeitwert. Das ist die Leihgebühr für die Aktienposition, die man nicht besitzt — unabhängig davon, welches Modell man zu ihrer Erklärung heranzieht.
Beim Covered Call gibt es diesen Posten nicht. Aktien haben keinen Zeitwert und keinen Skew.
Falle 2: Der Short-Strike unterschreitet die Roll-Untergrenze
Läuft die Aktie davon, ist der Reflex, den Short Call weiter hinaus und tiefer zu rollen, um Credit zu bekommen. Dabei gibt es eine harte Grenze:
Short-Strike ≥ Long-Strike + Netto-Debit je Aktie
Im Beispiel: 110 + 33,00 = 143,00. Die Aktie steht bei 143,54. Zum Startzeitpunkt gibt es also praktisch keinen Spielraum nach unten: Ein Roll unter Strike 143 macht einen Verlust rechnerisch unvermeidbar, sobald die Aktie stark steigt — egal wie hoch sie steigt.
Die Grenze ist allerdings kein fester Wert. Sie wandert mit jedem vereinnahmten Credit nach unten, weil der Netto-Einstand sinkt. Nach drei weiteren Prämienrunden von je gut 1.000 US-Dollar läge sie nicht mehr bei 143, sondern bei rund 112. Der PMCC ist also am Anfang am unbeweglichsten und wird mit jedem eingenommenen Zyklus flexibler — was unangenehm ist, weil das Risiko einer schnellen Aufwärtsbewegung am Anfang genauso groß ist wie später.
Dieselbe Zahl hat noch eine zweite Bedeutung: 143,00 ist der Break-even des PMCC am Ende der Long-Laufzeit, wenn keine weiteren Prämien dazukommen. Die Aktie müsste im Februar also ungefähr dort stehen, wo sie heute steht, damit die Position nicht im Minus endet. Der Break-even des PMCC wandert mit der Zeit nach oben, der des Covered Call nach unten — dort senkt jede vereinnahmte Prämie den Einstand dauerhaft, und die Aktie läuft nicht ab. Beim Covered Call existiert die Roll-Untergrenze überhaupt nicht; dort kostet ein zu tiefer Strike nur entgangenen Gewinn, keinen realisierten Verlust.
Falle 3: Vorzeitige Zuteilung vor dem Ex-Dividendentag
Amerikanische Optionen können jederzeit ausgeübt werden. Liegt der Short Call vor einem Ex-Dividendentag im Geld und ist sein Restzeitwert kleiner als die Dividende, wird er in der Regel zugeteilt.
Beim Covered Call ist das unproblematisch: Die Aktien werden geliefert, der Trade ist beendet. Beim PMCC entsteht dagegen eine Short-Aktienposition gegen den Long Call. Dafür fällt Margin an, die Dividende ist zu zahlen, und je nach Broker wird die Position zwangsweise eingedeckt.
Wann das droht, lässt sich ausrechnen — und es ist nicht das Delta, das darüber entscheidet, sondern der Restzeitwert. Solange er über der Dividende liegt, verschenkt der Ausübende Geld:
| Situation des Short Calls 145 | Restzeitwert |
|---|---|
| Kurs 150, noch 45 Tage | 888 USD |
| Kurs 150, noch 10 Tage | 309 USD |
| Kurs 160, noch 10 Tage | 98 USD |
| Kurs 160, noch 2 Tage | 4 USD |
Zum Startzeitpunkt ist eine vorzeitige Zuteilung also so gut wie ausgeschlossen — trotz Delta 0,53. Gefährlich wird es erst in der letzten Woche vor Verfall bei einem deutlich im Geld liegenden Short Call. Genau dann sollte die Position ohnehin gerollt oder geschlossen sein.
Falle 4: Ein einzelner Zyklus deckt die Miete nicht
Die Plattform zeigt als maximalen Gewinn 901 US-Dollar. Das gilt für einen Kurs von exakt 145 am 16. Oktober. Der garantierte Boden ist ein anderer — Strike-Differenz minus Netto-Debit:
Steigt die Aktie stark, bleiben von den 3.300 US-Dollar Einsatz also 200 US-Dollar Gewinn übrig — 6 %, nicht 27 %. Genau das zeigt die fallende Kurve im ersten Diagramm. Der PMCC ist konstruktionsbedingt eine Mehrzyklus-Strategie: Wer ihn nach einem Zyklus auflöst, hat die Miete bezahlt, ohne den Vorteil abzuholen. Der Covered Call rechnet sich dagegen in jedem einzelnen Zyklus für sich.
Falle 5: Der Long Call wird zu tief gekauft
„Möglichst wenig Zeitwert“ klingt nach der richtigen Regel und führt zu sehr tiefen Strikes. Der Preis dafür ist Kapital: Ein Call mit Strike 100 statt 110 kostet 5.023 statt 4.318 US-Dollar und hebt den Einsatz um 16 % an. Gleichzeitig sinkt das Netto-Vega Richtung null und das Delta nähert sich der Aktie. Man kauft sich damit schrittweise zurück in den Covered Call — nur eben mit Verfallsdatum, ohne Dividende und mit Skew-Aufschlag.
Wann ich was nehme
Die Frage „Welche Strategie ist besser?“ lässt sich nicht allgemein beantworten, weil beide unterschiedliche Fragen beantworten. Was sich beantworten lässt: Welche passt zu diesem Basiswert, diesem Konto und dieser Markterwartung.
Covered Call, wenn …
- ich die Aktie ohnehin besitzen will,
- sie eine nennenswerte Dividende zahlt,
- die Volatilität hoch ist und ich auf ihren Rückgang setze,
- ich weit aus dem Geld verkaufen und die Aktie behalten will,
- ich den Titel über Jahre halten und Rückschläge aussitzen will,
- ich Einfachheit und einen sauberen Exit will.
PMCC, wenn …
- der Basiswert für 100 Aktien schlicht zu teuer ist,
- ich denselben Betrag auf mehrere Titel streuen will,
- der Titel keine oder eine kleine Dividende zahlt,
- ich bereit bin, nah am Geld zu verkaufen,
- ich einen Horizont von mehreren Zyklen habe und ihn auch durchhalte,
- ich einen definierten Maximalverlust brauche,
- ich einen Rückschlag für möglich halte und die Position dann gedämpft haben will.
Und eine Regel, die für beide gilt und die in der Praxis mehr entscheidet als die Strategiewahl selbst: Die Positionsgröße bemisst sich am Verlust, nicht am Einsatz. Wer vier PMCC kauft, weil sie so viel kosten wie ein Covered Call, hat nicht dieselbe Position — er hat das Zweieinhalbfache an Risiko im Depot. Ob das absichtlich passiert oder aus Versehen, ist der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Strategien.
Fazit
PMCC und Covered Call verkaufen dieselbe Option und verdienen an derselben Quelle. Im realen Beispiel haben sie denselben Break-even und dieselbe Gewinnwahrscheinlichkeit. Was sie trennt, ist die Deckung — und daraus folgt der Rest.
Der PMCC gewinnt bei
- Kapitalbindung: 41 % bei gleichem Delta, 25 % je Kontrakt,
- Nettorendite je Zyklus: 23,0 % statt 7,6 %,
- Theta je 1.000 USD Kapital: 2,04 statt 0,93,
- Diversifikation über mehrere Titel,
- definiertem Maximalverlust in absoluten Zahlen,
- dem Vola-Puffer, wenn der Kurs wegläuft.
Der Covered Call gewinnt bei
- Verlust in Prozent des Kapitals: −25 % statt −67 %,
- Gewinn oberhalb des Strikes: gedeckelt statt fallend, und vom Vola-Rückgang unberührt,
- Break-even, der mit der Zeit fällt statt steigt,
- Dividenden und langer Haltedauer,
- Basisposition ohne Verfallsdatum,
- Zeitwert-Miete, Skew, Spreads und Einfachheit.
Wer die Zahlen dieses Artikels auf einen Nenner bringen will, braucht zwei Sätze — je nachdem, wie man dosiert:
Bei gleichem Kapital liefert der PMCC rund das Dreifache an Ertrag und das Zweieinhalbfache an Verlust. Das ist kein Vorteil, sondern eine größere Position.
Bei gleichem Risiko bindet der PMCC 41 % des Kapitals — bei nahezu identischem Verlustprofil. Das ist der Vorteil, den die Strategie wirklich hat. Er heißt Kapitalbindung, nicht Rendite.
Übrig bleiben Unterschiede, die sich durch keine Positionsgröße wegrechnen lassen. Der Covered Call bekommt Dividenden, hat keine Uhr laufen, darf weit aus dem Geld verkaufen und sein Break-even fällt mit jeder Prämie. Der PMCC hat einen harten Maximalverlust und passt in Konten, für die 100 Aktien nicht in Frage kommen — muss dafür nah am Geld verkaufen, zahlt jeden Zyklus Zeitwert-Miete, verliert oberhalb des Strikes wieder an Wert und sein Break-even wandert nach oben statt nach unten.
Das sind die Kriterien, an denen ich die Entscheidung tatsächlich festmache. Nicht an der Prämienrendite — die ist bei beiden Strategien die am leichtesten zu missdeutende Zahl auf dem Bildschirm.
Die beiden Positionen sind reale Marktdaten vom 1. September 2026 und dienen ausschließlich der Veranschaulichung — sie sind keine Handelsempfehlung und keine Aussage über die Aktie NOW. Szenariowerte, Break-even-Punkte und Sensitivitäten sind mit einem Optionspreismodell aus diesen Marktdaten nachgerechnet und weichen von den Anzeigewerten der Handelsplattform um wenige Prozent ab. Dieser Artikel dient der Information und Weiterbildung. Er stellt keine Anlageberatung dar. Der Optionshandel ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Frühere, historische oder beispielhafte Ergebnisse lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.